Im Dutzend doppelt – Maybach V24
Wer geglaubt hat, nach dem Cadillac V16 könne es nicht mehr dicker kommen, den belehrte Daimler-Chrysler 1999 eines besseren. In der Entwicklungsphase des neuen Maybach auf Basis der S-Klasse spielte die Stuttgarter Truppe um Hermann Gaus auch mit dem Gedanken an eine Coupé-Variante. Die sollte aber im Gegensatz zur Limousine nicht von einem "gewöhnlichen" Zwölfzylinder angetrieben werden. Um das Prestigeduell gegen Bentley Hunaudières und Bugatti EB 218 zu gewinnen, musste es schon etwas mehr sein.
Die favorisierte Idee der Daimler-Ingenieure: zwei Zwölfender des Baumusters M 120 zu einem gigantischen V24 zusammensetzen, der zwischen zwölf und 15 Liter gross sein und dank Kompressor-Aufladung auf bis zu 1000 PS kommen würde. Eine Idee, wie das ganze verpackt werden sollte, hatte man auch schon. Bei dem von auto motor und sport veröffentlichten Entwurf erinnerte dann nicht mehr nur der Name, sondern auch die Proportionen an Luxusautos aus den Dreissigern.
Um das doppelte Dutzend Zylinder unterbringen zu können, beanspruchte die Motorhaube fast die halbe Länge des Autos, während die Passagiere in einer etwas knubbeligen Kabine Platz fanden, die in ein steiles Schrägheck auslief. Eine dreifarbige Lackierung mit angedeuteter Kotflügellinie verstärkt den Dreissigerjahre-Eindruck zusätzlich. Angesichts der angestrebten Noblesse wirken die sportlichen AMG-Aero-Leichtmetallräder indes fast ein wenig deplatziert.
Laut AMS sollte der Maybach V24 im Oktober 2001 auf der Tokyo Motor Show präsentiert werden, was allerdings nicht geschah. Vielleicht hatte man in Stuttgart erkannt, dass schon ein Kerzenwechsel einen wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten würde.


























