Ästhetik des Vergänglichen
Wer rastet, der rostet, heisst es. Ob das, was für Menschen im übertragenen Sinn gilt, für automobile Preziosen ebenso zutrifft? In den Sechziger- oder Siebzigerjahren hiess es, manche Autos rosteten schon im Showroom. Aber vor allem rosteten sie beim Fahren (und nicht beim Rasten), als es noch den Winter gab, oft üppig gesalzen. Bei Fiat lag es auch an russischem Blech, das die Kommunisten den italienischen Genossen schickten. Ob das entstehende Rostrot auch politisch zu deuten war, ist nicht bekannt.
Dieser Wagen, entdeckt auf einer Velo-Tour im Seeland, steht in einem Vorgarten ganz abgelegen auf dem Land. Von Rasten kann keine Rede mehr sein. Er ist für immer stillgelegt. Es ist ein Wagen, dessen Karosserie grossflächig und homogen rostig ist. Er wirkt fast so, als wäre er als Sonderausführung ab Werk so geliefert worden. Schliesslich verbauen heute auch Architekten vorgerostetes Material, was als besonders stylish gilt. Aber das Bild des ganzen Wagens gibt's erst, wenn Sie, liebe Leser erraten haben, um welchen Wagen es sich handelt.

























