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Der VW Käfer - das ideale Winterauto?

Bruno von Rotz
15.01.2016

VW 1200 im Schnee

Jahrzehntelang war das Strassenbild in Deutschland und in der Schweiz vom VW Käfer bestimmt. Doch selbst, als moderne Nachfahren ihn beerbten, blieb der rundliche Wolfsburger vor allem in bergigen Gegenden und im Winter ein beliebtes Transportmittel. Dies hatte gut Gründe, denn bezüglich Wintertauglichkeit konnte ihm selbst in den Siebzigerjahren kaum ein anderes Auto das Wasser reichen. Da waren einmal die grossen und schmalen Räder, die auf Schnee besonders viel Griff versprachen. Und da war der Heckmotor, der die angetriebenen Hinterräder belastete und damit maximale Traktion sicherstellte. Natürlich hatten auch andere Autos einen Motor über der Antriebsachse, z.B. der Renault 4 oder der Audi 80, aber es waren eben Fronttriebler und diese entlasteten beim Anfahren eben die antreibenden Räder, was sich negativ auf die Traktion auswirkte. Aber der Käfer hatte noch weitere Vorteile. So war er luftgekühlt, es gab also kein Kühlwasser, das einfrieren konnte. Und er war im Grossen und Ganzen ein zuverlässiger Starter.

VW 1300 von 1969 unter Schnee

Natürlich hatte der Käfer auch Nachteile im Winter. So war die Heizwirkung nicht überragend und dazu noch drehzahlabhängig. So mancher Käfer-Fahrer kämpfte mit inwendig vereisten Scheiben. Und wenn die Traktion und Seitenführung der Hinterräder einmal verloren ging, dann überholte oft das Heck des Volkswagens den eigenen Bug. Und nur allzu oft, stoppte erst der Radstein oder ein anderes Hindernis den Käfer und dieser legte sich in der Folge auf die Seite. Doch dann kam ein weiterer Vorzug des Käfers zum Tragen. Er war nämlich relativ leicht, zwei starke Männer schafften es locker, den Wagen wieder auf alle vier Räder zu setzen und den Ersatz der beiden Kotflügeln konnte ein geübter Handwerker in der heimischen Garage selbständig vornehmen, einigermassen kostengünstig.

VW 1303 an der Planai-Classic 2016 (© Daniel Reinhard)

Sicherlich gab es ähnlich konzipierte Alternativen zum Käfer, etwa den Simca 1000 oder den Renault 8, den Fiat 650 oder Hillman Imp. Aber keines dieser Autos konnte dem Volkswagen hierzulande den Rang abkaufen, selbst die Käfer-Alternativen von VW selber schafften dies nicht.

Und so fuhren auch viele Leute einen Käfer im Winter, die im Sommer einen weniger traktionsfreudigen, aber sportlicheren und geräumigeren BMW 2002 oder Peugeot 404 nutzten. Und notfalls montierte man Spikes-Reifen, dann konnte einem fast nichts mehr aufhalten.

Trotz seiner hervorragenden Wintereigenschaften wurde der VW Käfer nie ein grosser Rallye-Sieger, dafür fehlten einfach einige PS unter der (hinteren) Haube. Da war die Konkurrenz, z.B. der Citroën DS, der Mini Cooper oder die sportlich-flachen Käfer-Brüder Porsche 356/911 deutlich erfolgreicher. Aber bezüglich verkauften Exemplaren konnte ihn damals niemand übertreffen, deutlich über 20 Millionen produzierte Käfer bezeugen dies.

Bernhard Russi im Subaru 1600 4WD von 1979 (© Subaru Schweiz)

Ein besseres Winterauto kam dann schliesslich von überraschender Seite, nämlich aus Japan. Subaru begann bereits in den frühen Siebzigerjahre Limousinen und Kombis mit zuschaltbarem Hinterradantrieb zu verkaufen und gegen vier angetriebene Räder konnte auch der Käfer nichts ausrichten. Der Subaru 1600 4WD wurde von 1979 an offiziell in die Schweiz eingeführt und schon bald erstürmte er die Verkaufshitparaden und zwar nicht ganz zufälligerweise in den Gebirgskantonen. Ein früher Subaru-Besitzer erzählt: “Wenn Du im Skigebiet der Hirsch sein wolltest, dann fuhrst Du im Subaru vor. Denn er war bequemer und kam selbst da durch, wo der damals noch omnipräsente Käfer stecken blieb.”

Viele Informationen, Bilder und Berichte zum VW Käfer finden sich auf einer eigenen Themenseite .

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