Finden, kaufen, tauschen und alte Freunde treffen am Strähle Porsche Swap

Laurent Missbauer
25.11.2013

Strähle Porsche Swap 10 (© Laurent Missbauer)

Am letzten Samstag, den 23. November 2013, fand in der schwäbischen Stadt Schorndorf (26 km östlich von Stuttgart) der 10. Strähle Porsche Swap, die grösste Börse für Porsche-Teile in Europa, statt. Stetig wachsende Ausstellerzahlen brachten die Arnold Galerie für Kunst und Technik fast an den Rand seiner räumlichen Kapazitäten.

Paul Ernst «Bubi» Strähle Junior (Strähle) und der Schweizer Marco Marinello (Elevenparts) organisierten in der gewohnt perfekten Art die 10. Auflage des Strähle Porsche Swaps. Die rund 70 Aussteller aus Deutschland aber auch aus Österreich, aus der Schweiz, aus Italien, aus Belgien, aus Holland und aus Amerika, boten so gut wie alles an, was mit Porsche assoziiert werden konnte.

Finden, kaufen, tauschen, so lautete die Devise der etwa tausend infizierten Porsche Enthusiasten aus dem In- und Ausland – sogar aus Japan (!) mit Takashi Morita und Akeo Watanabe. Alles fand seine Interessenten rund um das Thema Porsche. Egal ob Ersatz- oder Karosserieteile, Fahrzeugzubehör, Literatur und Modellautos in allen Masstäben. Traditionellerweise waren mehrere Porsche 356 Club-Präsidenten aus ganz Europa: Deutschland, England, Holland, Italien und auch aus der Schweiz (Frank Baumann).

Porsche 356 Speedster am Porsche Swap 10 (© Laurent Missbauer)

Überraschend gross war die italienische Delegation. Der aktuelle Präsident des Porsche 356 Club Italiens, Roberto Bertaccini hatte zum Beispiel einen eigenen Stand und seine zwei Präsidenten-Vorgänger, Alberto Testa und Carlo Bordogna, waren als Besucher anwesend. Andrea Coriani, Besitzer des zweitältesten Porsche 356 aus Stuttgart, brachte sogar einen silbernen Porsche 356 Speedster aus Italien mit.

Fast alles konnte gekauft werden (© Wolfgang Blaube)

Ehemalige Porsche-Mitarbeiter und Freunde der Marke nahmen die Veranstaltung auch zum Anlass, sich in Schorndorf wieder zu treffen und sich an alte Freundschaften zu erinnern. Um nur drei berühmten Porsche-Ingenieure zu erwähnen, trafen wir Peter Falk, Ex-Rennleiter der Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen (Bild unten), Walter Näher, Renningenieur der Rennwagentypen 917, 956 und 962, und Hans Mezger, Ingenieur und ehemaliger Chef der Motorsportabteilung von Porsche (Bild oben), der in Schorndorf viele Autogramme unterzeichnete. Der von Mezger entwickelte F1-Motor-TAG-Porsche gewann 1984, 1985 und 1986 mit Niki Lauda und Alain Prost die F1-Weltmeisterschaft.

Berühmte Männer rund um das Haus Porsche (© Wolfgang Blaube)

Auf den Warentischen fand sich fast alles, was sich ein Porsche-Fan erträumt: Porsche-Schriftzüge, Embleme, Tachos in allen erdenklichen Variationen, Service- und Bedienungsanleitungen für fast sämtliche Typen aus Zuffenhausen, kleinere und grössere Ersatzteile, Lenkräder, Christophorus-Zeitschriften, Bücher, Briefmarken, Pins, Werbeartikel, Prospekte (sogar für den 904 GTS und für den Porsche 964 Speedster) und sehr rare Präzisionmodellautos.

Porsche-Tachos und andere Instrumente (© Laurent Missbauer)

Am Eingang der Arnold Galerie wurden viele Bilder des am 27. Oktober 2010 verstorbenen Paul Ernst Strähle (Vater von Paul Ernst «Bubi» Strähle Junior) ausgestellt. Er gehörte zu den Fahrern, die die Marke Porsche, mit ihren Rennsiegen weltbekannt machten. Paul Ernst Strähle Senior startete im Alter von 23 Jahren seine motorsportliche Laufbahn auf einem fünf Jahre alten VW-Käfer. Der erste Beifahrer war sein Vater Paul Strähle, der Luftfahrtpionier und Luftbildfotograf. Sein erstes VW-Käfer-Rennauto, bekannt als «Dapferle», hatte einen Porsche-Motor. Dieses Auto begleitete ihn zu seinen ersten grossen nationalen und internationalen Erfolgen. Danach war den Name Paul Ernst Strähle auf Porsche ein Begriff. Als Allroundfahrer war er bei den grossen Langstreckenrennen und Rallyes genauso wie auf Rundstrecken und am Berg. Bei der legendären Mille Miglia und Targa Florio siegte Strähle dreimal in seiner Klasse. Fünfmal gewann er das 1000 km-Rennen auf dem Nürburgring. Er holte sich auch Gesamtsiege bei der Rallye «Lüttich-Rom-Lüttich» oder der «Tour de Corse» auf der Insel Korsika.

Porsche-Prospekte und Dokumente an der "Silent Auction" (© Laurent Missbauer)

Das absolute Novum beim 10. Strähle Porsche Swap stellte eine «Silent Auction» des Partners der Automobilia Ladenburg dar. Die beiden Auktionsprofis Marcel Seidel und Tobias Friedrich organisierten eine sogenannt «stille» Versteigerung: 50 Lots wurden zur Besichtigung ausgestellt mit einem Startpreis von 1 Euro. Das höchste Gebot gewinnt. Die Gebote konnten auch online bis Dienstag 26.11.2013 gemacht werden.

Lots der "Silent Auction" von Ladenburg (© Laurent Missbauer)

Im Fundus waren technische Zeichnungen, verschiedene Accessoires aus der guten alten Zeit und viele Fotos, darunter eine originale Aufnahme von Ghislaine Kaes, Privatsekretär von Dr. Ferdinand Porsche, von 1939 (Lot 7). Diese wurde zusammen mit einer «Ersatz Ausweiskarte» der Deutschen Arbeitsfront–NS Gemeinschaft «Kraft durch Freude» für Ghislaine Kaes angeboten. Weitere Foto fand man beim Lot 6 (zwei originale Portraitaufnahmen Ferdinand Porsche Senior und Ferry Porsche, Kleinformat), Lot 17 (Werbeaufnahme VW-Porsche 914 mit leicht bekleideten Damen) und Lot 40 (zwei originale Werbeaufnahme Typ 914, Rückseitig beschriftet «Leica Studio Wörner-7501 Grötzingen Karlsruhe»).

Auf der Rückseite des 2. VW-Porsche 914-Foto konnte man folgendes lesen: «Der VW Porsche 914-4 im neuen Jachthafen von Garavan bei Menton. Uns fiel bei diesem Wagen die hervorragende Strassenlage, die ausgezeichnete Lenkung, der niedrige Brennstoffverbrauch (unter 10 Liter auf 100 Kilometer bei 4000 U/min) und die sportliche, nicht ermüdende Sitzposition besonders auf.»

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