Threewheeler anno 1955
Die Hochblüte der englischen Threeweeler war 1954 längst vorbei. Nicht für den Zürcher Jakob Keller. Nebst einem nur 250 kg schweren Formel 3 mit Gilera-Motor (500 ccm/ca. 35 PS/185 km/h) brachte er auch diesen stromlinienförmigen Threewheeler an den Start.
Die Aufnahme zeigt Keller beim Rundstreckenrennen 1954 in Regensdorf bei Zürich. Vom Verkehrs- und Motorsportgesetz her galten die Dreiräder als Motorräder. Keller verwendete in seinen Eigenkonstruktionen – ob Formel 3 oder Threewheeler - 500er-Motoren: JAP, Norton und Gilera. Eingebaut wurden sie im Heck seiner Fahrzeuge. Der Antrieb erfolgte durch Ketten auf die Hinterachse.
Ideen, handwerkliches Geschick, grenzenloses Vertrauen in seine Eigenkonstruktionen und fahrerisches Können zeichneten Jakob Keller aus. Er gehörte seit Beginn der Formel 3 nach dem Zweiten Weltkrieg dem „500er-Club“ an. 1960 ging daraus der Formel Rennsport Club der Schweiz hervor. Als Abkürzung wird heute auch JKZ verwendet, stellvertretend für Jakob Keller Zürich.
Von Jakob Kellers Konstruktionen ist nach meinem Wissen der Gilera-Motor erhalten geblieben. 1952 wurde ein OHV-Saturno-Motor von Jakob Keller persönlich zum OHC-Doppelnocken-Aggregat umgebaut. Karl Dengler vom Albis Racing-Team hat ihn restauriert und heute wird dieser Motor vom bekannten Motorradrennfahrer Jo Kaufmann an historischen Rennen in seiner Gilera Saturno eingesetzt.
P.S. Am Genfer Autosalon 2011 stellte Morgan wieder einen Threewheeler vor und leitete damit vielleicht eine Renaissance ein.


























