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Der BMW M1 und die Concorde - extrem und geächtet

Bruno von Rotz
05.03.2011

Auf den ersten Blick scheinen der BMW M1 und die Concorde wenig gemeinsames zu haben. Doch der erste Eindruck täuscht: Sowohl der Sportwagen BMW M1 als auch das Überschallpersonenflugzeug Concorde operierten in ihrem Bereich an der Grenze des Machbaren und beschritten innovative Wege. Beide blieben selten und waren kommerziell kein grosser Erfolg. Beide wurden durch Gesetze und Regulative ausgebremst, die Concorde wurde nach dem Unfall in Paris verbannt, die Rennserien, für die der BMW M1 gebaut worden war, existierten bei seinem Erscheinen nicht mehr. Bei beiden stand Leistung und Geschwindigkeit im Vordergrund, nicht der haushälterische Umgang mit Treibstoff oder minimale Geräuschentwicklung. Und zuletzt sind beide attraktiv in ihrem Erscheinungsbild.

BMW M1 und Concorde

Der BMW M1 erreichte Ferrari-Performance mit der Hälfte der Zylinder. Er wurde mit Blick auf den Renneinsatz entwickelt, eigentlich war der M1 ein Rennwagen, der für die Strasse zivilisiert wurde. Trotzdem schafften es die BMW-Techniker aber , eine hohe Alltagstauglichkeit zu erreichen, etwas, was kaum ein Hersteller von Supersportwagen vorher geschafft hatte. Interessant ist, dass der M1 beinahe unverkäuflich war, die letzten Exemplare musste mit gewichtigen Rabatten abgegeben werden, an eine Verlängerung der Produktion war angesichts des mässigen Verkaufserfolges nicht zu denken, so blieb es bei rund 460, zwischen 1978 und 1981 gebauten Exemplaren. Die meisten dieser Coupés mit Gitterrohrrahmen und Kunststoffkarosserie dürften heute noch existieren, die Preise liegen bei rund dem doppelten Neupreis heute. Besondere Bekanntheit erlangten die M1-Coupés durch die eigens dafür geschaffene Procar-Rennserie, in der sich Formel-1-Stars mit anderen Rennfahrern im Vorprogramm von Formel-1-Rennen heftige Kämpfe lieferten.

Die Concorde war eine unglaubliche Meisterleistung der Ingenieurkünste Ende der 60-er-Jahre. Sie war das einzige kommerziell einigermassen erfolgreiche Überschall-Passagierflugzeug und erlaubte den Flug von Europa nach den USA in rund 3.5 Stunden. Ursprünglich mit grosser Begeisterung empfangen, sprachen die hohen Betriebskosten vor allem in Anbetracht steigender Treibstoffpreise gehen die Überschallfliegerei, die meisten Fluggesellschaften stornierten daher die Bestellungen und nur Air France und British Airlines war es zu verdanken, dass die Concorde überhaupt in die Flugpläne aufgenommen wurde. Wer je einen Flug in der Concorde mitmachen konnte, sass in einer relativ engen Flugkabine, die sich ein wenig wie ein Fokker-100 anfühlte, mit 4 Stühlen pro Reihe und einem sehr minimalistischen Unterhaltungsangebot. Da gab es keine Bildschirme, die einzige Unterhaltung wurde von der Geschwindigkeitanzeige vorne hinter dem Piloten-Cockpit geboten, die in Mach anzeigte, wie schnell man gerade flog. Gerade aber dieser Minimalismus und das reduzierte, aber vorzügliche First-Class-Essen machten, neben der drastisch reduzierten Reisezeit und einiger spezieller “Goodies” (z.B. Direkteinstieg in das Flugzeug aus der First-Class-Lounge in London Heathrow) den Reiz der Concorde aus. Die Concorde flog ausserordentlich sicher und zuverlässig, verlangte aber nach einem enormen Wartungsaufwand. “The most elegant of all the airplanes” (Chef-Pilot der British Airlines bei der Bordansprache) schaffte es nach dem, wie man inzwischen weiss, nicht selbstverschuldeten Unfall von Paris im Jahre 2000, nicht mehr zurück in die kommerzielle Fliegerei.

Die AR hat den BMW M1 in der Nummer 33 von 1980 getestet , wir haben den Test aufgefrischt und mit den originalen Bildern illustriert.

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