Die Explosion der Supersportwagen-Preise mit einem Verlierer
An den Versteigerungen zum Jahresbeginn erzielten einige Supersportwagen der 2000-er-Jahre neue Rekordpreise. Für Exemplare des Ferrari Enzo wurden über EUR 10 Millionen bezahlt, die Preise für den Porsche Carrera GT stiegen ebenfalls fulminant an. Typischerweise werden diese beiden Fahrzeuge auch mit dem Mercedes-Benz SLR McLaren verglichen, doch die Auswertung der Wertentwicklung dieser drei Supersportwagen zeigen sehr unterschiedliche Muster.
Während sich die indexierten Bewertungen (auf Basis realer Kaufpreise an Versteigerungen) des Porsche Carrera GT und des Ferrari Enzo fast im Gleichschritt entwickeln, bleibt der SLR McLaren praktisch stehen und kommt wertmässig kaum vom Fleck. Woran kann dies liegen?
Eigentlich unterscheiden sich die drei Autos zumindest leistungsmässig (Porsche: 612 PS, Ferrari: 660 PS, SLR McL: 626 PS) kaum, dafür zeigen sich in der technischen Konzeption doch beträchtliche Unterschiede. Der Ferrari trumpft mit Mittelmotor, sequentieller Schaltung (F1-Style) und V12-Aggregat auf, der Porsche mit Handschaltung und V10-Mittelmotor, beim Mercedes aber sorgt ein V8-Frontmittelmotor mit Kompressor und Wandler-Automatik für Vortrieb. Der Ferrari und der Porsche wirkten im Vergleich deutlich “rennmässiger”, während es bezüglich exotischer Materialien nur geringe Unterschiede gab.
Der Neupreis von einst dürfte dagegen für Käufer kaum ein wesentliches Entscheidungs-Kriterium gewesen sein, ab EUR 435'000 war man beim SLR McLaren dabei, der Porsche kostete über EUR 450'000, der Ferrari mit EUR 645'000 nochmals mehr. Heute kann man über diese Differenzen nur noch lächeln.
Die Stückzahlen könnten schon eher ein Treiber für die unterschiedlichen Wertentwicklungen sein, beim Ferrari blieb es bei 400 Enzo-Exemplaren, der Carrera GT wurden 1270 mal gebaut, der SLR McLaren aber kam auf über 2000 produzierte Wagen, immerhin mehr als das Fünffache des Ferrari.
Eine gute Investition im Jahr 2014 waren aber alle drei. Im Schnitt zahlte man damals für einen SLR McLaren EUR 197'211, für einen Carrera GT EUR 344'814 und für den Enzo EUR 1'164'083 (gemäss Zwischengas-Auktionsdatenbank ).
12 Jahre später kann man denselben SLR McLaren für nicht ganz das Doppelte, den Carrera GT und den Enzo aber für rund das Neunfache wieder veräussern. Weder beim Porsche noch beim Ferrari dürften die Wartungs- und Unterbringungskosten die Wertsteigerung aufgefressen haben, beim SLR ginge die Rechnung wohl knapper auf. Teuer sind aus Haltersicht nämlich alle drei Autos.
Ob dies nun so weiter geht? Eigentlich kann man sich das kaum vorstellen, aber wer weiss? Nur dass ein ganz “normaler” Ferrari Enzo inzwischen mehr wert sein will als ein Ferrari LM oder andere in minimalen Stückzahlen entstandenen Ferrari Rennsportwagen der Sechzigerjahre, muss schon ein wenig überraschen …



_RM.jpg)





























