In der Zeit … oder danach
Man spricht bei Automobilen insbesondere im Falle von Änderungen/Modifikationen von solchen, die während der aktiven Zeit seiner Existenz oder eben danach vorgenommen wurden. Der Fachterminus ist “in period” dazu. Typischerweise geht man von einer aktiven Periode von rund 10 Jahren oder vielleicht auch 12 oder 15 aus. Alles, was danach folgt, findet sozusagen, ausserhalb der aktiven Zeit statt, also nachdem der Wagen bereits ein “junger Klassiker”, ein Youngtimer oder Oldtimer geworden ist. Natürlich gibt es im Prinzip Autos, die auch über 50 Jahre richtig aktiv sind, aber dies ist wohl die Ausnahme.
Wenn man über seine eigene Autokarriere nachdenkt, also über die Autos, die man im Laufe seines Lebens besessen, gefahren oder bewundert hat, dann kann man im Prinzip eine ähnliche Betrachtung vornehmen. So fuhr ich Autos wie den Alfa Romeo Alfasud Sprint, den Peugeot 205 GTI, den BMW E30, den Mazda MX-5 oder den Lotus Elise als Neu- oder Gebrauchtwagen, also “in period”.
Andere Fahrzeuge wie den MG TC, den Ferrari 250 GTE oder den Mercedes-Benz 500 E aber fuhr ich erst, als diese Autos bereits Klassiker waren. Und einige wenige Autos fuhr ich sowohl als sie neu/fast neu waren und später als Oldtimer oder Youngtimer. Dazu stellt sich die Frage, ob man solche Autos, die man sozusagen während ihrer aktiven Periode und viele Jahre später als Klassiker fährt, anders beurteilt als solche, die man vorher nur aus der Literatur kannte und als altes Auto zum ersten Mal entdeckt. In meinem Falle bin ich bei Autos, die ich auch schon als Neu- oder jungen Gebrauchtwagen fuhr, strenger, wenn ich sie dann wieder als altes Auto lenken darf. Irgendwie erinnert man sich halt noch danach, wie sie als Neuwagen etwas geschmeidiger waren und zudem herrschte damals natürlich ein anderer Vergleichsmassstab.
Einen Peugeot 205 GTI 1.9 zum Beispiel fuhr in im Jahr 1987 bis 1988 (das weisse Auto) sowie 2015 bis 2017 (silberne Version oben). Beim zweiten Mal war ich fast ein wenig enttäuscht und konnte gar nicht mehr so ganz nachvollziehen, was mich denn fast 30 Jahre vorher so über Gebühr begeistert hatte. Natürlich ist der 205 auch heute noch ein agiles und spassiges Auto, aber mit über 120’000 km auf dem Tacho fühlte er sich einfach nicht mehr so gut an, wie ich das Auto als Neuwagen in Erinnerung hatte. Ähnliches ist mir auch schon bei anderen Autos passiert, die ich zweimal in zwei weit auseinanderliegenden Zeitperioden fahren konnte. Bei Autos, die ich erst im höheren Lebensalter erstmals pilotiere, scheine ich milder zu urteilen.
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