Mehr Mut für andere Geschichten
1969 hatten die Medien noch den Mut für das Aussergewöhnliche. Heute werden fast nur noch Bilder von Rennwagen breitgeschlagen. Es bleibt weder Zeit noch Mut für die etwas anderen Geschichten. Den GP Monaco 1969 in den vier Gesichtern von Jackie Stewarts Frau Helen zu verfolgen ist absolute Weltklasse. Einmal mehr ein Beweis, dass Bilder mehr aussagen wie 1000 Worte.
Natürlich sitzen heute die Frauen auch nicht mehr so fotogen an der Boxenmauer und fiebern mit ihren Männern mit. Überhaupt sind sie kaum vor Ort und wenn, dann abgeschirmt und versteckt.
Der "Tip" aber hatte damals den Mut und die Idee zu dieser ganz tollen Doppelseite: "In jedem Rennen bangt Helen Stewart um das Leben ihres Mannes. In ihrem Gesicht spiegeln sich drastisch Spannung und Sorge, Erwartung und Hoffnung.
Am Schluss aber, wenn die Prüfung glücklich vorbei ist, weichen Angst und Furcht aus ihrem Antlitz und werden von einem strahlenden Lächeln verdrängt, einem Lächeln für den Sieger, der in diesem Falle nur Jackie Stewart heissen kann….."
Heute ist es leider genau umgekehrt und Jackie (82) muss sich um das Leben seiner an Demenz schwer erkrankten Helen kümmern.
Jackie zog einen Vergleich zur Formel 1. «In den modernen Zeiten haben vier Leute den Sport tatsächlich verändert: Gordon Murray, Ross Brawn, John Barnard und Adrian Newey. Es hat nur vier Leute gebraucht, um das zu schaffen. Im Geschäftsleben waren es Bill Gates oder Steve Jobs. Man braucht nur andere Ideen, einen anderen Ansatz. Beim Wettlauf gegen Demenz ist es nicht anders.»
















