Was wir im alten Auto alles tun müssen
Der moderne Autofahrer im neuzeitlichen Automobil vertraut auf eine Vielzahl von Helfern, auch Assistenten genannt. Besonders deutlich wird dies, wenn er an einer Steigung auf eine rote Ampel trifft, anhalten und warten muss. Das heutzutage typischerweise automatisierte Getriebe schaltet dann automatisch zurück und kommt der Wagen zum Stillstand, verhindert der Bordcomputer ein Zurückrollen (Hill Holder). Die Start-Stopp-Automatik schaltet den Motor, sofern er warm genug ist, ab, um während der Wartezeit den Verbrauch zu optimieren, während alle für Komfort und Sicherheit wichtigen Stromverbraucher (Licht, Lüftung, Radio, etc.) weiterlaufen. Schaltet die Ampel dann auf Grün, geht es im gleichen Stil weiter. Der Fahrer löst die Bremse, der Motor startet automatisch wieder, Ein Druck auf das Gaspedal und der Wagen fährt sicher vorwärts, auch ohne je mit einer Handbremse am Rückwärtsrollen gehindert zu werden.
Vor wenigen Jahren (oder auch Jahrzehnten) war dies anders und da war noch der ganze “Mann” (oder Frau”) am Lenkrad gefordert. Bei Sichtung der roten Ampel wurde manuell zurückgeschaltet, je nach Fahrzeug sogar mit Zwischengas. An der Ampel angekommen, zog der vorsichtige Mensch die Handbremse an, um ein Zurückrollen beim folgenden Start zu verhindern. Ob der Motor abgeschaltet werden konnte, hing von einigen Faktoren ab, die der Fahrer natürlich selber evaluieren musste. Wartungszustand, Wärme des Schmier- und Kühlmittels sowie Zustand der Batterie entschieden darüber, ob ein Abschalten sinnvoll war. Blieb der Motor laufen, musste oft mit gezielten sporadischen Gasstössen sichergestellt werden, dass er nicht abstarb. Das Getriebe schaltete man während längerer Wartezeiten natürlich in den Leerlauf und löste die Kupplung, um die Mechanik zu schonen. Sprang die Ampel nun auf Gelb und Grün, musste der Motor durch Druck auf den Startknopf oder durch Drehen des Schlüssels mit minimalem Gaseinsatz wieder in Gang gesetzt werden, wenn man ihn vorher abgeschaltet hatte. Der erste Gang konnte wieder eingelegt werden und durch elegantes Zusammenspiel von Gas, Kupplung und Handbremse - hierzu war die koordinierte Bedienung von zwei Pedalen und einem Hebel nötig - wurde am Hang angefahren. Für dieses Manöver war Erfahrung gefragt und so wurde das Anfahren am Berg von angehenden Autofahrern in der Fahrschule intensiv geübt. Die heutigen 18-Jährigen, verwöhnt mit moderner Technologie, können sich dies schon bald nicht einmal mehr vorstellen ...

































