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Mephistopheles im Geschwindigkeitswahn

Bernhard Brägger - 06.03.2011

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1908 verkaufte FIAT die neuste Errungenschaft aus der Rennabteilung an den englischen Sir George Abercromby, den Grand-Prix-Rennwagen vom Typ SB 4. Anlässlich einer Probefahrt erreichte Werksfahrer Felice Nazzaro (siehe Bild) eine Geschwindigkeit von 190 km/h. Der ca. 175 PS starke Fiat SB 4 war mit einem 18-Liter-Vierzylindermotor (190mmx160 mm) ausgerüstet und wog um die 1200 kg. Der SB4 war – wie damals üblich - mit Kettenantrieb an die Hinterachse- und minimaler Karrosserie ausgerüstet.  Der englische Gentleman wollte damit auf der Rennbahn von Brooklands gegen den 6-Zylinder-Napier antreten. Über seine Erfolge schweigt die Geschichte. Nach dem 1. Weltkrieg trat John Duff mit diesem bereits veralteten Monster erneut an.  Doch der 18-Liter explodierte während einer Fahrt und John Duff verkaufte die übrig gebliebenen Fragmente an Ort und Stelle an Ernest Eldridge. 25 Pfund soll Eldridge noch bezahlt haben!

Fiat SB 4 mit dem Werksfahrer Felice Nazzaro

Eldridge hatte einen Traum, eine Vision.  Er wollte der Schnellste über den „Fliegenden Kilometer“ sein. So verlängerte er das Chassis des SB4 und baute den Flugzeugmotor A-12 von Fiat ein. 21 Liter, obenliegende Nockenwelle, 2 Vergaser, aber 4 Ventile und 4 Kerzen pro Zylinder. Dieses Monster soll bei 1800 U/Min 320 PS entwickelt haben. Sein Name: „Mephistopheles“ – direkt abgeleitet vom Dämon aus der teuflischen Unterwelt. 

Auf einer schnurgeraden Strecke bei Arpjaon (ca. 30 km südwestlich von Paris) kam es anfangs Juli 1924 zum Duell Ernest Eldridge auf „Mephistopheles“ und René Thomas auf einem Delage V12 mit 350 PS. Es galt, einen neuen Weltrekord über den „Fliegenden Kilometer“ aufzustellen. Trotz dem abenteuerlichen Fahrverhalten seines „Mephistopheles“ gelang es Eldridge am 5. Juli, einen neuen Weltrekord von 230.55 km/h herauszufahren. Doch René Thomas – der Sieger der 500 Meilen von Indianapolis 1914 - protestierte, weil der „Mephistopheles“ keinen Rückwärtsgang besässe. Die Jury gab ihm Recht und schon am andern Tag fuhr Thomas auf dem Delage einen gültigen Rekord: 230.63 km/h. Unterdessen liess Eldridge eine „Rückwärtsfahrvorrichtungmontieren und stellte sich am 12. Juli erneut dem Starter. Und jetzt klappte es. 234.97 km/h errechneten die Kommissare. Weltrekord!

Anmerkungen: Wie schaffte es Eldridge in so kurzer Zeit einen Rückwärtsgang ins Gehäuse einzubauen? Die Frage bleibt ungeklärt – das Getriebe soll seit jenem 23. Juli 1924 verschwunden sein. Ob da Mephistopheles die Hand im Spiel hatte?

Das Eldridge-Fahrzeug war einer der Hauptanziehungspunkte am Genfer Autosalon 2011.

Fiat Mephistophele am Fiat-Stand des Genfer Autosalons 2011

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