“Do Buy” – der Citroën-CX-Cup im nahen Osten
Am 4. Dezember 1981 fand in Dubai das erste Autorennen im nahen Osten überhaupt statt. Neben dem vielleicht etwas unfairen Zweikampf zwischen zwei Formel-1-Wagen – einem McLaren mit John Watson und einem Theodore mit Patrick Tambay am Steuer –, die sich dabei um die schnellste, aber immerhin mit DM 12'000.- dotierte Rundenzeit auf dem 2,6 km langen Circuit stritten, fand auch ein Cup-Lauf mit Fahrzeugen des Typs Citroën CX statt.
Der Trip in die Wüste wurde den Stars aus der Rennszene von einem englischen Tausendsassa schmackhaft gemacht, der schon 1980 ein ähnliches Spektakel in den Strassen von Birmingham zelebriert hatte: Martin Hone, damaliger Chef der Firma „International Fortical Services“.
Hone kam am 19. Januar 1981 zum ersten Mal nach Dubai, am 15. März gab Scheich Rashid sein OK, ein Dreivierteljahr später raste der Brite John Watson im damals aktuellen McLaren F1 mit 150 km/h Schnitt um Rennstrecke rund um das Hyatt Regency Hotel.
Mit einem Budget von 2,5 Millionen Mark holte Hone 120 Rennwagen aus Europa in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dubais damaliger Citroën-Importeur Abdul Wahab Galadari bestellte dazu noch 16 Citroën CX GTi mit Überrollkäfig und Feuerlöscher in Frankreich, um damit eine 10-Runden-Schlacht zwischen alten und jungen Rennfahrern aus aller Werlt zu veranstalten. Ursprünglich war der Plan, das Rennen mit Citroën Visa zu fahren, aber als sich die Begeisterung der Formel-1-Fahrer für die kleinen Autos in Grenzen hielt, wurden diese schnell durch das Premium-CX-Modell ersetzt. Natürlich stand im Hintergrund auch der Marketing Gedanke des Importeurs, denn eine bessere Plattform die Autos anzubieten gab es kaum.
In den Citroëns sassen: Bruno Giacomelli, der die Jagd gewann, Marc Surer aus der Schweiz, der Zweiter wurde, David Kennedy, John Fitzpatrick, Jack Brabham, Innes Ireland, Dan Gurney, Patrick Tambay, Roy Salvadori, Richard Attwood, Derek Bell, Dennis Hulme, Phil Hill, John Watson und Stirling Moss. Sie alle hatte Hone samt ihrer Begleitung nach Dubai geladen. Allabendliche Bälle mit feinstem Getränk und erlesenen Speisen hielten die Rennfahrer bei allerbester Laune.
Dan Gurney erkannte schnell den tieferen Sinn hinter dem Namen Dubai, das er damals zum ersten Mal besuchte: Wenn ich mir das hier so ansehe, weiss ich, warum die Stadt „Do buy“ (Kaufen Sie) heisst.
Auch Marc Surer (73) kann sich noch gut an den Anlass erinnern: "Es war ein Einladungsrennen um das damals neu gebaute Hyatt Regency Hotel. Die Strecke führte über die Strassen rund um das Hotel, welche für eine geplante Urbanisation bereits fertiggestellt waren. Die 16 Citroën CX GTi waren zwar etwas tiefer gelegt, aber alles andere als Rennautos. Frontantrieb war für die meisten Rennfahrer ungewohnt und dieses behäbige Fahrverhalten führte dann auch zu vielen Kollisionen. Ich wurde auf diesen zehn Runden sehr oft gerammt, aber auch ich musste mich stetig wehren. Ohne die dauernde Kämpferei hätte ich das Rennen locker gewinnen können. Einzig der Italiener Bruno Giacomelli konnte sich wie durch ein Wunder aus allen Kämpfen raushalten und kam vor mir als erster ins Ziel. Mein CX zeigte etliche Kampfspuren, keine der vier Türen blieb heil.“
Der Traum vom eigenen F1-Grand Prix erfüllte sich allerdings in Dubai bislang nicht, obwohl ein solcher eigentlich nach diesem Anlass für 1983 geplant war. Aber ehrlich, wer Ski-Hallen und Eislaufstadien in die Wüste stellen kann, müsste doch eigentlich auch für einen F1-GP prädestiniert sein.

























