Der Schneewittchensarg der Fünfziger
Wer glaubt, der Volvo 1800 ES trage seinen Spitznamen zurecht, der hat noch nicht gesehen, was Karosseriebauer Sabilimenti Monviso 1954 auf dem Turiner Salon präsentiert hat. Die obere Hälfte des dort gezeigten "Stella Filante" bestand quasi vollständig aus Acrylglas. Der eigentliche Clou war aber: Die transparente Haube war abnehmbar, sodass nur die Panoramawindschutzscheibe stehen blieb und ein hübscher, zweisitziger Spider entstand.
Drunter steckte die Technik eines Fiat 1100 TV, die dann im Corso Unione Sovetica 75 – nur ein paar Strassen entfernt vom Fiat-Werk in Lingotto – nach einem Entwurf von Giovanni Michelotti neu eingekleidet worden ist. Für alle, denen die "Sternschnuppe" zu eigenwillig war – und das war sie den meisten Salonbesuchern – stellte Monviso noch ein gewöhnliches Coupé sowie ein Cabrio mit Stoffverdeck daneben.
1944 von Alessandro Casalis gegründet und nach einem Berg in den Cottischen Alpen benannt, war Monviso einer der zahllosen kleinen Karosseriebauer, die im Nachkriegs-Italien überall aus dem Boden schossen. Die Michelotti-Millecento gehörten zu den letzten eigenständigen Arbeiten der kleinen Firma. Ab Januar 1955 gehörte sie zu Ghia und fertigte fortan die Karosserien für deren Kleinserienmodelle.


























