BMW 530 – Neu, aber nicht klasse
Häufig wird so getan, als habe BMW in den Fünfzigerjahren zwischen Barockengel und Isetta fortschrittsverweigernd auf den sicheren Tod gewartet. Tatsächlich aber arbeiteten die Münchener schon seit Mitte des Jahrzehnts an einem neuen Mittelklassemodell, das 1958 sogar als nahezu serienreifer "Erlkönig" auf deutschen Strassen unterwegs war.
Nachdem Versuche mit dem halbierten V8 der grossen Luxusmodelle wenig zufriedenstellend verlaufen waren, war für ihn unter der Konstruktionsnummer M530 sogar ein neuer Vierzylinder mit obenliegender Nockenwelle und Querstromkopf entwickelt worden. Mit rund 75 PS hätte so aus dem BMW 1600 ein ernstzunehmender Konkurrent für den Alfa Romeo Giulietta werden können. Sicher nicht ganz zufällig war für erste Fahrten auf öffentlichen Strassen zur Tarnung ein "Scudetto" an der Front angebracht worden.
Der Produktionsbeginn war für Anfang 1959 vorgesehen. Doch als sich die Finanzlage des Unternehmens immer weiter verschlimmerte, musste BMW das fertig entwickelte Projekt 530 Ende 1958 einstellen. Erst 1960 konnten die Münchener mit der "Neuen Klasse" einen zweiten Versuch starten – mit deutlich grösserem Erfolg.


























