Sind klassische Autos von berühmten Vorbesitzern mehr wert?

Bruno von Rotz
13.02.2012

Porsche 911 S von 1970 - ex Steve McQueen - versteigert durch RM Auction - Foto Darin Schnabel

Als RM Auctions am dritten August-Wochenende 2011 den Porsche 911 S, der einst Steve McQueen gehört hatte, für USD 1’375’000 versteigerte, horchte die Welt auf, lag doch der erreichte Preis um Faktor 6 bis 8 über dem Wert, den ein “normaler” 911 S normalerweise hatte. Immerhin hätte man für dieses Geld auch einen von rund 50 Porsche Carrera 6 und noch einen der selten gebauten Porsche Carrera RSR oder 911 S/T dazu kaufen können, Fahrzeuge, die bekannterweise gesucht und hoch bezahlt sind.

Der BMW 507, den einst das Schweizer James-Bond-Girl Ursula Andress fuhr, erreichte an der gleichen Versteigerung den stolzen Preis von USD 1’072’500.

BMW 507 - ex Ursula Andress - von RM Auctions versteigert

Das könnte zum Gedanken führen, dass Autos von Prominenten in allen Fällen höhere Verkaufspreise erreichen. Dem ist aber nicht so, oder zumindest nicht hohem Masse.

Bonhams zum Beispiel versteigerte am 2. Februar 2012 einen gelben Maserati Ghibli (Jahrgang 1968), einst in Besitz von Sammy Davis Jr.. Trotz des prominenten Vorbesitzers gingen die Gebote (Höchstgebot Euro 69’000) nicht wesentlich über das hinaus, was man heutzutage für einen Ghibli zu zahlen bereit zu sein scheint.



Maserati Ghibli - ex Sammy Davis Jr - von 1968 - verkauft durch Bonhams in Paris 2012

Und auch beim Talbot-Lago T14 LS Spécial Coupé von 1956, das einst Louis Rosier, der berühmte Rennfahrer, bewegte, wollten die Gebote (Höchstgebot Euro 140’000) bei der Versteigerung von Bonhams nicht über das erwartete Mass hinaus steigen.

Talbot-Lago T14 LS Spécial Coupé von 1956 - ex Rosier - versteigert von Bonhams

Sind “Prominenten-Autos” also mehr wert oder tragen berühmte Vorbesitzer kaum etwas zum Wert eines Fahrzeugs bei? Nun, wie so oft, gibt es keine klare Antwort, es kommt halt darauf an ...

Jedenfalls kann gesagt werden, dass der Steve-McQueen-Porsche eine Ausnahme war, welche wohl sogar die Erwartungen der Verkäufer übertroffen hat und dass bei den meisten anderen Beispielen die Fahrzeug-Charakteristika ausschlaggebend für den erzielten Preis waren und nicht die Vorbesitzer. Und am Ende des Tages sollte man sein Geld ja in ein schönes Auto investieren, nicht primär in eine mehr oder weniger spannende Vorgeschichte und in der Hoffnung, vielleicht noch Accessoires oder Abfall des berühmten Vorbesitzers unter den Teppichen finden zu können ...

Foto-Credits: Darin Schnabel (Ferrari 250 GT SWB, Porsche 911 S), alle anderen Bilder zwischengas.com

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