Die E-Klasse vor der E-Klasse
Auch wenn es Jünger der Stuttgarter Sternenmarke nicht gerne hören werden: Die erste E-Klasse war gar nicht die erste E-Klasse. Denn bereits zehn Jahre bevor Daimler-Benz die erfolgreiche "Mittlere Baureihe" W 124 in die bis heute gültige Nomenklatur mit vorangestelltem Buchstaben umtaufte, bot der US-Hersteller und spätere Fusionspartner Chrysler ein Modell namens E-Klasse an – oder besser gesagt in deren englischer Entsprechung "E-Class".
Die nur in den Modelljahren 1983 und 1984 angebotene US-E-Klasse sollte als ebenfalls mittlere Baureihe die Lücke zwischen dem kleinen Le Baron und dem teuren New Yorker füllen. Der Name leitete sich von der frontangetriebenen E-Plattform ab, auf der auch Plymouth Caravelle und Dodge 600 basierten. Ob man sich in Stuttgart bei der Benennung der Mittelklasse von den Amerikanern hat inspirieren lassen? Nicht ausgeschlossen, aber kaum zu beweisen und letztlich auch egal.
Stilistisch hingegen scheint man eher von Auburn Hills nach Untertürkheim geschielt zu haben als andersrum, nicht nur wegen des stehenden "Pentastar" auf der Kühlermaske. Die Radzierblenden mit dem geschlitzten Rand und ihrem in Karosseriefarbe lackierten Mittelteil erinnern schon sehr stark an die der damals aktuellen Mercedes-Benz-Modelle. Sogar die optionalen Leichtmetallräder des Chrysler E-Class haben in ihrer ziselierten Geriffeltheit eine gewisse Ähnlichkeit mit den berühmten "Barockfelgen".
Einen Hinweis auf die Motorisierung verkniff man sich bei Chrysler allerdings. Vielleicht wäre das freundschaftliche Zitat dann einer Markenrechtsverletzung zu nahe gekommen. Allerdings hatte Mercedes-Benz damals weder einen E 220 noch einen E 260 im Programm. Letztgenanntes Modell gab es mit drei- statt fünfzackigem Stern sogar erst 25 Jahre später – und dann auch nur in China.




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