Licht und Schatten in der Scheinwerfertechnik
Beim Schlendern durch ein Zentrum für klassische Fahrzeuge und Sammlerautos blieb der Blick an zwei Sportwagen hängen, deren Entstehung zeitlich ein halbes Jahrhundert auseinander liegt. Beide waren rot lackiert, und das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn nicht die Kontur ihrer Scheinwerfer in der Draufsicht ähnlich gewesen wäre. So kommt man ins Grübeln...
Das Bild oben zeigt den Scheinwerfer eines Jaguar E-Type von 1967, bei dem die Leuchten ohne Abdeckung frei liegen. Manche bezeichnen dieses Detail – jedenfalls beim Datsun 240 Z – als "Zuckerschäufelchen". Die optisch in den meisten Augen stimmigere, frühe Version des Jaguar-Scheinwerfers mit durchsichtiger Abdeckung war Opfer der amerikanischen Zulassungsbestimmungen geworden.
Früher war also alles besser. Doch stimmt das es? Nehmen wir einmal die Lichtausbeute. Das Bild unten zeigt den Scheinwerfer eines Alfa Romeo 4C 1.8 TBi 16 V aus dem Jahre 2017. Bei ihm sind alle Leuchten in fünf kleinen und zwei großen einzelnen "Höhlen" untergebracht; umgeben von einer Verkleidung aus Kohlefaserkunststoff. Alles was blinken und leuchten soll, ist hier in einer Einheit zusammengefasst.
Der Jaguar leuchtet die Strasse mit H4-Glühlampen aus. Das war vor Jahrzehnten Stand der Technik. Heutzutage machen Fahrten in der Dunkelheit damit vielleicht weniger Freude. Der Alfa Romeo 4C erleuchtet die Nacht mit Xenon-Brennern. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Ein Blick in die Ersatzteilkataloge zeigt, dass ein Wechseln der Streuscheibe, des Leuchtmittels oder des ganzen Scheinwerfers beim Jaguar kein allzu teures Unterfangen wäre. Beim Alfa hingegen dürfte nach dem Austausch der Frontscheinwerfereinheit wohl eher ein vierstelliger Betrag fällig sein. Optimale Lichtausbeute hat also ihren Preis. Es ist eben alles relativ.


























