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Bild (1/9): Jeep Cherokee Sport (1997) (© Chrysler Group, 1997)
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Geländewagen, 150 PS, 4981 cm3
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    Die Erfindung des SUVs - vom Wagoneer zum Jeep Cherokee

    25. April 2014
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Chrysler Group 
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    Chrysler LLC 
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    Für viele ist der Name Jeep ein Synonym für den geländetauglichen Wagen überhaupt. Und tatsächlich hatten die Amerikaner bei der Entwicklung des 4x4-Einsatzes beim Personenwagen die Nase vorne.

    Geländewagen-DNA

    Die Geschichte von Jeep beginnt im Juli 1940, als die amerikanische Armee die Autohersteller über ihren Wunsch nach einem leichten Auflärungsfahrzeug informiert. 135 Autofirmen wurden informiert, drei bauten schliesslich einen Prototypen, der die Anforderungen an ein leichtgewichtiges und geländegängiges Fahrzeug mit drei Sitzen und herunterklappbarer Windschutzscheibe erfüllen konnte: American Bantam (BRC), Ford (GP Pygmies) und Willys (Quad).

    Willys Quad Original Pilot (1940)
    © Copyright / Fotograf: Chrysler Group

    Nach ausgedehnten Feldversuchen mit je 1500 Fahrzeugen machte der Willys Quad das Rennen und wurde zum Willys MA/MB, alle nannten ihn aber schon bald Jeep, wobei rückblickend nicht einmal klar ist warum. Vielleicht weil der Armeebegriff GP (General Purpose, Allzweck) auch als Jeep ausgesprochen werden kann, vielleicht weil es im Popeye Comic einen bekannten Komparsen namens “Eugene the Jeep” gibt.

    Der Name wurde jedenfalls zum Inbegriff für ein Geländefahrzeug, Willys baute 368’000 Wagen für die US-Armee und sicherte sich die Jeep-Namensrechte.

    Willys Jeep M-38 (1950)
    © Copyright / Fotograf: Chrysler Group

    Den für die Armee gebauten Geländewagen aber passte man an die Bedürfnisse von Landwirte an und verkaufte ihn weiterhin.

    Hybrid-Gelände-Stationswagen Willys Wagon

    Mit dem Willys Wagon ergänzte man 1946 den nutzraummässig knappen Standard-Jeep durch einen Stationswagen mit Stahlkarosserie und imitiertem Woody-Look. Der Willys Wagon wollte vor allem praktisch sein und das schaffte er mit seiner grossen Ladekapazität, der praktischen Doppeltüre hinten und mit einer Ladefläche, die man einfach mit Wasser abspühlen konnte.

    Willys Jeep Station Wagon (1950)
    © Copyright / Fotograf: Chrysler Group

    Vorerst verfügte der Wagon nur über Zweiradantrieb, aber ab 1949 konnte man ihn mit zwei angetriebenen Achsen kaufen.
    Zwanzig Jahre wurde der von Brooks Stevens gezeichnete Wagen produziert und man kann ihn als Vorgänger des modernen SUVs sehen.

    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     

    Mit dem Wagoneer in Richtung Luxus-Geländewagen

    Einen grossen Schritt vorwärts machte Willys Motors, wie die Firma jetzt unter der Ägide Kaiser-Frazer jetzt genannt wurde, mit der Einführung des Jeep Wagoneer im Jahr 1962. Dieser Wagen sollte die Vorzüge des komfortablen Personenwagen mit dem Nutzen eines Geländewagens kombinieren. Der Vater aller luxuriösen 4x4-SUVs war geboren.

    Jeep Wagoneer (1963)
    © Copyright / Fotograf: Chrysler Group

    Wiederum schwang Brooks Stevens den Zeichenstift. Bei der Technik warf man einige echte Innovationen in die Waagschale. Erstmals gab es eine Getriebeautomatik in einem 4x4-Fahrzeug, erstmals wies ein 4x4 vordere Einzelradaufhängungen auf.

    28 Jahre lang wurde die sogenannte SJ-Fahrzeuglinie gebaut, erst 1991 wurde sie endgültig abgelöst.

    Die Vorzüge des Wagoneers wurden im Verkaufsprospekt von 1971 wie folgt erklärt:
    “Ein Wagoneer ist wie ein gewöhnlicher Wagen auf der Strasse, aber wenn man einen Hebel umlegt, dann erhält man eine Maschine, die doppelt so sicher ist und zweimal soviel Strassenhaltung bietet.” Und deshalb nannte in Jeep auch “2-Car”.

    Mehr Luxus und Stil mit dem Super Wagoneer

    Das erfolgreiche Konzept rief natürlich nur so nach Variationen und Abwandlungen.

    Jeep Super Wagoneer Station Wagon (1966)
    © Copyright / Fotograf: Chrysler Group

    So stellte Kaiser-Jeep 1964 dem Basismodell den Super Wagoneer zur Seite, der mit einer Reihe von Luxusattributen aufwarten konnte: Klimaanlage, Servolenkung, Vinyldach, V8 und Automatikgetriebe. Mit diesem Modell sollten auch Prestige-Käufer auf den Jeep gebracht werden, lange bevor sich Range Rover oder viel später Mercedes Benz, Volvo oder Audi dieser Nische annahmen.

    Sportlicher und jugendlicher Cherokee

    1974 tauchte der Jeep Cherokee als zweitürige Variante des Wagoneers erstmals auf den Preislisten auf. Hinter Jeep stand schon seit 1970 die Firma AMC (American Motors).

    Jeep Cherokee (1974)
    © Copyright / Fotograf: Chrysler Group

    Mit Sportlenkrad, Schalensitzen und visueller Sportlichkeit sollte ein jüngeres Publikum angesprochen werden. Prompt gewann der Wagen denn auch Auszeichungen. Den ersten Cherokee auf der SJ-Plattform gab es dann bald in den verschiedensten Ausführungen und mit zwei oder vier Türen.

    Aufbruch in die Moderne mit dem zweiten Cherokee

    AMC erkannte schon in den Siebzigerjahren, dass den kompakten SUVs eine grosse Zukunft bevorstand und begann gegen Ende des Jahrzehnts eine neue Produktlinie zu gestalten, die schliesslich als XJ-Baureihe 1984 auf den Markt kam.

    Jeep Cherokee Chief (1984)
    © Copyright / Fotograf: Chrysler Group

    Der Jeep Cherokee der Achtzigerjahre war deutlich kürzer, schmäler, aber vor allem leichter als der grosse Wagoneer und kam erstmals mit selbsttragender Karosserie anstatt der Chassisrahmen-Aufbau-Konstruktion, die vorher bei Geländewagen üblich gewesen war. Der Cherokee wurde mit zwei unterschiedlichen 4x4-Systemen angeboten und es gab ihn vorerst als einzigen Wagen seiner Klasse sowohl mit zwei als auch vier Türen. 17 Jahre lang wurde dieser Cherokee gebaut.

    Stetiges Wachstum der Angebotspalette

    Die XJ-Plattform bot die Basis für eine umfangreiche Modellpalette, die sowohl unter den Namen Cherokee als auch Wagoneer verkauft wurden.
    Um auch im Segment der grösseren Geländewagen konkurrenzfähig zu bleiben, entwickelte man vorerst die SJ-Modelle als Grand Wagoneer weiter und ersetzte diese schliesslich durch den Grand Cherokee, der auf der ZJ-Plattform gebaut wurde.

    Jeep Cherokee Sport (1999)
    © Zwischengas Archiv

    Während die Besitzer der Jeep-Marke wechselten (Chrysler 1987-1998, DaimlerChrysler 1998-2007, Chrysler 2007-2009, Chrysler-Fiat 2009-2013 und ab 2014 Fiat Chrysler Automobiles) blieb die Jeep-Strategie weitgehend unverändert. In zwei Grössenklassen  - kompakt und mittelgross - bot man auf bestimmte Marktsegmente optimierte SUVs an.

    Bis heute richtige Geländewagen

    Dies hat sich auch mit dem neuesten Jeep Cherokee, der 2013 vorgestellt wurde, nicht verändert. Das Design mag den Modetrends folgen und die Interieurgestaltung von italienischen Einflüssen profitieren, der Jeep Cherokee bleibt ein Alltagsauto, das auch beim Geländeeinsatz nicht schlapp macht und der DNA des ersten Jeep MA/MB treu bleibt.

    Jeep Cherokee (2013) - Präsentation in New York
    © Copyright / Fotograf: Chrysler LLC

    Die Jeep-SUVs im Überblick

    Typ Plattform Jahr von Jahr bis Innovationen/Eigenschaften/Kommentare
    Willys Jeep Station Wagon   1946 1965 der erste SUV überhaupt, als Vollstahl-Personenwagen konstruiert, Design Brooks Stevens, 4- und 6-Zylinder-Motoren, ab 1949 4x4
    Jeep Wagoneer SJ 1963 1991 der erste Luxus-SUV, 4x4, erstmals Automatik mit 4x4 gekoppelt, estmals OHC-6-Zylinder im Geländewagen, Design Brooks Stevens
    Jeep Super Wagoneer SJ 1966 1969 der erste wirkliche Super-Luxus-4x4, der sich an Prestige-Käufer richtete, viele Luxus-Zubehöre wie Klimaanlage, elektrische Heckklappe, Servolenkung, etc.
    Jeep Cherokee SJ 1974 1983 Full-size SUV, ähnlich zum Wagoneer, dessen Design von Brooks Stevens stammte, sportliche, zweitürige Variante des Wagoneers
    Jeep Cherokee Chief SJ 1975 1978 zweitürige Version des Wagonners in sportlicher Aufmachung
    Jeep Grand Wagoneer SJ 1984 1991 einer der letzen Fahrzeuge, die in den USA noch mit Vergasern verkauft wurden, Nachfolger des SJ Wagoneers
    Jeep Wagoneer Limited XJ 1984 1990 Variante des Cherokee, der in zwei Ausstattungsvarianten gebaut wurde
    Jeep Cherokee XJ 1984 2001 für USD 250 Millionen entwickelte kompakte Modell-Linie, Designstart im Jahr 1978 (Renault und AMC), selbsttragende Karosserie, zwei- und viertürig, 4- und 6-Zylinder-Motoren
    Jeep Grand Cherokee ZJ 1993 1995 Ersatz für den Wagoneer als mittelgrosser SUV, neue Hinterachskonstruktion
    Jeep Grand Cherokee ZJ 1995 1998 Ersatz für den Grand Wagoneer als mittelgrosser SUV
    Jeep Grand Cherokee WJ 1999 2004 Komplettes Redesign, auch mit V8-Hemi-Motor erhöltlich
    Jeep Cherokee KJ 2002 2007 in Nordamerika als Jeep Liberty geführt
    Jeep Grand Cherokee WK 2005 2010 Luxus-SUV mit Sechs- und Achtzylindermotoren, neue Frontaufhängung
    Jeep Cherokee KK 2008 2013 in Nordamerika als Jeep Liberty geführt
    Jeep Grand Cherokee WK2 2010   Vollständig neues Design mit Fokus auf Aerodynamik
    Jeep (New) Cherokee KL 2014   Erster SUV, der auf der neuen von Chrysler und Fiat entwickelten Compact US Wide Platform gebaut wurde, Motor quer eingebaut, selbsttrragende Karosserie

     

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