Vom Spider zum Fastback: Opel Kadett Vignale
Ein Jahr nach der Carosserie Italsuisse präsentierte auch die Carrozzeria Vignale einen sportlichen offenen Zweisitzer auf Basis des Opel Kadett. Allerdings hätten die Interpretationen unterschiedlicher kaum sein können. Der rote Spider mit dem hellbraunen Interieur, den die Italiener im März 1965 auf dem Genfer Salon präsentierten, gab sich deutlich rassiger und kantiger als der rundliche Schweizer Vorgänger in unschuldigem Weiss. Selbst die Scheinwerfer waren viereckig.
Aber während Pietro Frua als Formschöpfer des Italsuisse-Opels bekannt ist, sind die genauen Ursprünge der Vignale-Linie ungewiss. Vermutlich geht sie auf Virginio Vairo zurück, der 1962 bei Vignale die stilistische Leitung von Giovanni Michelotti übernommen hatte. Lustigerweise sieht der italienische Offen-Kadett auf seine skurril-hübsche Art fast mehr nach einem Frua-Entwurf aus als der tatsächliche Frua-Kadett und könnte auch ein modellgepflegter Glas GT sein.
Für den Turiner Salon im November 1965 baute Vignale den Spider zu einem Fastback-Coupé um, lackierte ihn hellgelb und schlug den Innenraum in dunkelgrünem Material aus. Vor allem im Profil nahm der bedachte Spider die Linie des acht Jahre später präsentierten Kadett-C-Coupés vorweg. Die unveränderte Front liess dagegen in der oberen Hälfte eher den Ford Capri erahnen. Die Idee des Stossfängers, der mittig durch den Kühlluftschlund verläuft, griff 1968 der Shelby GT-500 auf.
Irgendwann nach seinen Messe-Auftritten in Europa muss der Vignale-Kadett dann einen Abstecher zum Pontiac-Händler Colonial in Miami gemacht haben, wie ein Aufkleber am Heck bekundet, ehe er 1971 in die Sammlung von Fürst Rainer von Monaco gelangte. Dort blieb das Einzelstück, bis es im März 1997 ein Sammler aus Süddeutschland erwarb mit der Absicht, es zu restaurieren. Ob das Projekt inzwischen abgeschlossen ist? Die letzten öffentlichgemachten Lebenszeichen des Coupés sind inzwischen auch schon 25 Jahre alt.

































