Von Schönheit verzaubert!
Und plötzlich stand er in der Steiermark (an der Ennstal-Classic ) vor mir, dieser unglaubliche Ferrari 246 SP. Im Jahre 1961 gewann ein solcher 246 SP die Targa Florio. Am Steuer sassen damals keine Geringeren als Graf Berghe von Trips und Olivier Gendebien. Ein Auto wie aus dem Bilderbuch, so unglaublich schön, dass er schon fast wieder kitschig wirkt.
In Sizilien starteten die Ferraris als Höhepunkt und absolute Favoriten am Ende der rund 50 Teilnehmer. Im 30-Sekunden-Intervall ging es auf die 72 km lange Runde über Stock und Stein. Phil Hills Ferrari kam nicht aus der ersten Runde zurück. Trips reihte sich als Dritter hinter den beiden Porsches von Moss und Bonnier im Feld ein. Bereits in der Zweiten Runde brachen diese drei den Streckenrekord. Beim Boxenstopp kam kurzfristig anstelle von Richie Ginther, dessen Wagen, den er mit Hill teilen sollte, ja liegenblieb, Gendebien ins Auto von Graf Berghe von Trips. Der Belgier knüpfte Graham Hill im Porsche 30 Sekunden ab. Nach dem Wechsel zu Moss versuchten die Stuttgarter alles, doch die Italiener hielten dagegen. Beim erneuten Wechsel auf Trips verlor der Ferrari kurzfristig die Führung an Moss. Die beiden schenkten sich nichts und brachen sämtliche Streckenrekorde. In der ersten Hälfte der letzten Runde nahm Trips dem Engländer sage und schreibe 17 Sekunden ab. Das Getriebe des Porsche kapitulierte unter der harten Beanspruchung von Moss nur gerade sieben Kilometer vor dem Ziel. Den beiden nachfolgenden Porsches 718 RS 61 aber fehlten am Ende weit mehr als 4 Minuten auf den siegreichen Ferrari.
Der 246 SP wurde gemeinsam mit dem 156 F1 am 13. Februar 1961 in Maranello vorgestellt. Beide Rennwagen wiesen die markante Front auf, die dann als "Sharknose" (Haifischnase) in die Geschichte einging. Während der F1 nach dem neuen Reglement von einem 1,5 Liter angetrieben werden musste, bekam der Sportwagen einen 2,4 Liter, beides aber waren V6-Motoren.
1962 gewann das Auto die Targa Florio mit Willy Mairesse, Ricardo Rodriguez und Olivier Gendebien ein weiteres Mal und dazu kam noch ein Sieg beim 1000km-Rennen auf dem Nürburgring.
Erst 1963 wurde der 246SP vom 250P, der am 4. März 1963 präsentiert wurde, abgelöst. Der Vorgänger stellte aber die Weichen zu weiteren grossen Erfolgen seines Nachfolgers, der in Sebring Le Mans und auf dem Nürburgring gewann und am Ende auch den WM-Titel der Sportprototypen nach Maranello holte.
Das Auto auf den Fotos ist ein originalgetreuer Nachbau mit einem echten Motor. Ich persönlich finde es absolut toll, wenn derartig wunderbare Autos nachgebaut werden, um der Nachwelt zu erhalten. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass man auch dazu steht und nicht plötzlich mit sämtlichen Tricks versucht, aus einem Rein-Gar-Nichts einen Rennklassiker mit einer völlig dubiosen Geschichte zu generieren.


























