Die erste Welle
Eine SUV-Plage, die den gewöhnlichen Personenwagen auszurotten droht, ist keine neue Erscheinung. Schon vor 30 Jahren stieg die Nachfrage nach den boulevardtauglich gemachten Geländewagen einmal derart rapide an, dass sich manche Hersteller nur mit hastig umetikettierten Modellen anderer Marken zu helfen wussten, um in der Käufergunst nicht vollständig ins Hintertreffen zu geraten.
In Europa bekamen wir etwa den Opel Monterey vorgesetzt, der uns vor allem deshalb so un-opelig vorkam, weil er ein verkleideter Isuzu Trooper der zweiten Generation war. Den Amerikanern, die mit dem deutschen GM-Ableger wenig anzufangen wussten, bekamen ihn als Acura SLX von Hondas Luxusmarke serviert. Die Australier freuten sich über ihren Holden Jackaroo.
Damals waren die Komfort-Kraxler noch eine Domäne der US-Hersteller. Abgesehen von Isuzu hatte kaum eine japanische Marke eigene SUV im Programm. Um trotzdem auf dem Heimatmakt etwas "Einheimisches" anbieten zu können, schloss Honda ein Abkommen mit Land Rover und vermarktete den Discovery in Japan als Honda Crossroad. Der Mazda Navajo war in Wirklichkeit ein Ford Explorer.
Immerhin hielten sich damals noch die Luxus-Hersteller raus, mag mancher angesichts von Bentayga, Cullinan und Cayenne jetzt einwenden – und würde sich irren. Mitte der Neunzigerjahre entstand in Crewe der Bentley Dominator, von dem alle sechs gebauten Exemplare an den Sultan von Brunei geliefert wurden – zum Preis von 18 Millionen Pfund. Das macht den Bentayga zwar nicht hübscher, ist aber dennoch ein schöner Beitrag zur beliebten Kategorie "Alles schon mal da gewesen".


























