Im kleinen Engländer quer durch Afrika

Daniel Reinhard
05.09.2022

Mini in Namibia (© Daniel Reinhard)

Im August 2009 versuchten zwei mutige portugiesische Abenteurer, mit einem alten Mini quer durch Afrika zu fahren. Ricardo Mota und Adalberto Salveira wollten beweisen, wie robust so ein kleiner Mini ist und dieses Abenteuer sollte der Standhaftigkeit des winzigen Autos Tribut zollen.

Sie kauften den alten Engländer in Durban (Südafrika) und machten sich sofort auf den Weg nach Maputo in Mozambique. Von dort aus starteten sie mit ihrer Fahrt vom Indischen Ozean quer durch Afrika bis nach Luanda an der Atlantikküste.

Die beiden unerschrockenen Abenteurer verliessen Maputo am 3. August 2009 und durchquerten Afrika auf dessen holprigen Strassen. Mota und Salveira legten täglich rund 1000 km zurück, durchfuhren den nördlichen Teil Südafrikas, passierten Botswana, bevor sie es nach Namibia schafften.

Obwohl sie keine ernsthaften Probleme hatten, war die Reise nicht ohne Herausforderungen. Ein paar platte Reifen verursachten kleinere Probleme, aber die schwachen Scheinwerfer des alten Mini machten das Fahren bei Nacht extrem schwierig, besonders wenn auch noch riesige Schwärme von Mücken ihren Weg kreuzten.

Als sie es schließlich für den letzten Teil ihrer Reise bis an die Grenze von Angolas schafften, kam es zum grossen Rückschlag. Aufgrund von VISA-Problemen wurde ihnen die Einreise verweigert. Mota und Salveira waren am Boden zerstört – ihr Traum lag nur wenige hundert Kilometer von ihrem endgültigen Ziel entfernt in Scherben. Aber das Schicksal hatte einen anderen Plan für sie auf Lager: Mota und Salveira kehrten an der Grenze um und fuhren nach Süden durch Namibia, bis sie bei Joe’s Beerhouse in Windhoek landeten. Hier unterhielten die beiden Abenteurer die Gäste mit ihren Geschichten auf Afrikas Straßen, tranken kalte Biere und konnten sich sogar mit anderen angolesischen Besuchern in ihrer Muttersprache zu unterhalten.

Die beiden waren von der Gastfreundschaft, dem kühlen Bier und dem leckeren Essen so beeindruckt, dass sie ihren inzwischen legendären Mini dem Restaurant spendeten. Heute ist Joe’s Beerhouse stolz darauf, Teil dieser erstaunlichen Abenteuergeschichte gewesen zu sein und die Besitzer erzählen eifrig jedem Besucher, der nach dem Mini fragt, die Geschichte von Ricardo Mota und Adalberto Salveira.

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