Erkennen Sie die fünf Unterschiede? Wiedergeburt der Motor Revue
Gestaunt habe ich schon, als ich neulich die Ankündigung der Motor Revue lass. Und natürlich war ich gespannt auf die erste Ausgabe und klapperte eine Reihe von Zeitschriftenständen ab, bis ich schliesslich die Ausgabe 1/2013 in den Händen hielt.
Blenden wir zurück. 1951 erschien die erste Motor Revue. Danach erschien vierteljährlich eine fundiert geschriebene Ausgabe, berichtete über aktuelle Trends genauso wie über bereits vergangene Fahrzeuge, deckte den Motorsport genauso ab wie Technik und Lifestyle. Die Doyens der deutschsprachigen Autoschreibe verfassten Beiträge, darunter Fritz B. Busch, Paul Simsa, Manfred Jantke, Reinhard Seiffert, Paul Frère usw..
irgendwann dann prangte das "Auto Motor und Sport" Logo im Ausschwung des “R”, die Erscheinungsfrequenz wechselte auf jährlich und schliesslich im Jahr 1993 erschien die letzte Nummer, wurde das Magazin eingestellt.
Doch eben, jetzt ist sie wieder da. Und wiederum berichtet die Motor Revue über Autos der Zukunft, der Gegenwart und der Vergangenheit. Leute stehen im Zentrum vieler Artikel, seien es die lässigsten Rennfahrer aller Zeiten ...
... oder Strietzel Stuck, der mit seinem Golf GTI Pässe erklimmt. Unterhaltsam ist es gemacht und schön fotografiert.
Der Titel der Jaguar-Geschichte ist da fast schon Programm für die ganze Zeitschrift: “Neustart” heisst der Vergleich des neuesten Jaguar Cabriolets mit seinen Ahnen E-Type und XK.
Natürlich haben die Autoren gewechselt, doch der wiederum aktive Wolfgang König, damals in Diensten des Motor Presse Verlags, schrieb bereits in den Achtzigerjahren für die Motor Revue. Und damit kommen wir zur Überraschung. Herausgegeben wird die wiedergeborene Motor Revue nämlich nicht vom Motor Presse Verlag, sondern von AutoBild, respektive Axel Springer, wie man im Titel deutlich sehen kann. Ob das den Jungs in Stuttgart gefällt, darf bezweifelt werden. Ob bereits die Anwälte darüber nachdenken, ist unklar. Jedenfalls wirkt die neue Motor Revue wie eine gut gemachte Fortsetzung des Klassikers. Dass dabei selbst der Preis exakt auf dem Niveau von 1985 (wenn man die 1:2-Parität von Euro zu DM als Basis nimmt) geblieben ist, passt da perfekt ins Bild.
Erfrischend aber kaum haltbar ist wohl das geringe Werbevolumen im neu lancierten Magazin. Das war zwar auch in den Sechziger- bis Achtzigerjahren so, aber seither hat sich die Welt halt ein wenig gewandelt und Zeitschriften werden nicht mehr primär durch die Leser, sondern durch die Werbekunden finanziert. Das Papier hat an Gewicht verloren - leider, aber halt auch dem Trend der Zeit gehorchend.
Und wie geht es weiter? Man muss die Erstausgabe, die auch mit “Premierenausgabe” beschriftet ist, wohl als Markttest verstehen und vielleicht auch als aktiven Gegenschlag zu anderen kürzlich lancierten Medien. Über die Auflage schweigt sich das Impressum genauso aus wie über die Erscheinungsgfrequenz, aber ein geschickter Schachzug scheint die neue Motor Revue auf jeden Fall zu sein. Wir bleiben dran.


























