Was macht eigentlich …
… Rupert Stadler? Da recherchiert man bei Audi in der Pressedatenbank herum und erinnert sich beim Stichwort Sportwagen an lange zurückliegende Fahrzeug-Präsentationen, bei denen der Audi-Chef selbst zugegen war. Gibt's da noch was? Nein, zum Stichwort Rupert Stadler gibt es rein gar nichts.
Dabei war der Mann mehr als zehn Jahr lang der oberste Audi-Mann. Da dürfte so viel Material angehäuft worden sein, dass man vermutlich einen Server abschalten musste, um alle Pressemitteilungen zu löschen. Als könnte man die Firmenhistorie durch einen Partikelfilter jagen – pardon, es war ja die Software beim Diesel.
Stadler war der Kronprinz von Martin Winterkorn, als er 2007 zu dessen Nachfolger und zum Audi-Vorstandsvorsitzender wurde. Und das blieb er gefühlt immer. Er stand immer brav Rede und Antwort, war eloquent, immer gut rasiert und ein Aushängeschild: CEO des Jahres 2011, Unternehmer des Jahres 2012, Influencer des Jahres 2013.
Den bayerischen Verdienstorden hatte er sich schon 2010 abholen dürfen. Ein visionärer Audi-Mann wie die Ingenieure Winterkorn oder gar Piëch, das war er nie. Sein erstes Auto war ein VW Golf Cabriolet.
Erst mit 27 Jahren kam er als Controller zu Audi und wurde mit 43 Jahren als erster Nicht-Techniker in Ingolstadt Audi-Chef. Ein tüchtiger Kaufmann, in dessen Amtszeit sich der Absatz von Audi verdoppelte. Vielleicht um jeden Preis, muss man fast vermuten. Es gibt Hinweise, dass der Dieselskandal von VW bei Audi seinen Anfang nahm.
Für seine Verantwortung in dieser Affäre wurde er nach einem Geständnis 2023 zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis auf Bewährung und zur Zahlung von 1,1 Millionen Euro verurteilt. Der Bundesgerichtshof lehnte 2025 seine Revision dagegen ab.
Und es kommt vielleicht noch dicker: Seit Juni 2026 will der VW-Konzern den Haftungsvergleich mit ihm nicht mehr erneuern. Im Raum steht ein Schaden von gerichtlich festgestellten 41 Millionen Euro, Peanuts gegenüber den Milliarden die VW bezahlen musste.
Aber wenn er die berappen müsste, dürfte das Leben etwas ärmer werden für den einst hochdotierten Topmanager, der heute als Consultant auf Linkedin 1218 Follower hat. Der Rest ist Schweigen. Und eine Reset-Datenbank bei Audi.

































