Envemo, nicht nur 356-Replicas
In einem Autokennerquiz hätte wohl kaum jemand das hier abgebildete Cabriolet erkannt. Entstanden ist es bei der brasilianischen Firma Envemo in Sao Paolo im Jahr 1978. Das Design stammte von Rigoberto Soler und es war der erste komplette Sportwagen der Firma Envemo, die sich vorher vor allem mit Tuning von GM/Chevrolet-Fahrzeugen einen Namen gemacht hatte.
Die elegante Kunststoffkarosserie war auf ein Fahrgestell mit Längs- und Querprofilen gesetzt worden, vorne kamen Dreiecksquerlenker und hinten eine Starrachse zum Einsatz. Die Technik lieferte Chevrolet mit einem 2474 cm3 grossen Vierzylinder mit seitlicher Nockenwelle und rund 88 PS bei 4600 Umdrehungen. Als Kraftübertragung sah man ein Vierganggetriebe und/oder eine Tri-Matic-Dreigangautomatik vor.
Leer wog der Wagen rund 800 kg. Mit 422 cm Länge, 166 cm Breite und 127 cm Höhe war er ziemlich kompakt.
171 km/h Spitze wurden versprochen und eine Zeit von 11,5 Sekunden sollten für den Sprint von 0 auf 100 km/h reichen.
Zu einer Serienfertigung kam es allerdings nicht, Envemo entschied sich dazu, stattdessen Porsche-356-Replicas auf Basis des um 30 cm gekürzten Fahrgestells des VW Brasília zu bauen. Diese gelangten in geringen Zahlen auch nach Europa. Die Zeitschrift “auto motor und sport” veröffentlichte sogar einen Fahrbericht im Jahr 1982. Bereits 1983 endete allerdings die Produktion dieses Modells nach knapp über 200 Exemplaren.
Damit endete die Geschichte von Envemo aber noch nicht, denn bis in die Neunzigerjahren entstanden noch Geländewagen, Wohnmobile und ähnliches in Sao Paolo, aber keine Sportwagen mehr.


























