Der Chrysler unter den Chryslern
Riviera, Monte Carlo, Torino, Cordoba, Versailles – amerikanische Autohersteller tauften ihre Luxusmodelle gerne auf die Namen europäischer Orte, um sie besonders kultiviert und vornehm anmuten zu lassen. Auch in Australien wollte Chrysler seinem neuen Spitzenmodell des Modelljahres 1972 den Nimbus des Mondänen verleihen und benannte es deshalb – nach sich selbst.
Der "Chrysler by Chrysler" verzichtete auf jede weitere Modellbezeichnung und machte damit klar: Er ist nicht irgendein Chrysler; er ist der Chrysler. Die Serienausstattung umfasste Servo-Scheibenbremsen, Servolenkung, elektrische Fensterheber und Aussenspiegel, getönten Scheiben und jede Menge zusätzliche Dämmung. Auch Kofferraum und Reserverad waren voll mit Teppich verkleidet.
Wie es sich für einen echten Luxusartikel gehört, kam neben dem Nützlichen auch noch einiges an Nutzlosem, aber Prunkvollem mit: ein Armaturenbrett aus Ulmenholz, ein Vinyldach mit Paisleymuster, gravierte Türgriffe sowie eine von Hand polierte und linierte Karosserie. Für den Brokatbezug der Sitze wurde aber aller Adelsverpflichtung zum Trotz ein künstlicher Stoff verwoben. Und eine Klimaanlage wollte weiterhin zusätzlich bezahlt werden.
Technisch basierte der Chrysler unter den Chryslern auf dem australischen Valiant, besass aber einen zehn Zentimeter längeren Radstand und einen Sechszylinder, der mit 4,3 Litern Hubraum grösser war als mancher Achtzylinder. Den gab es natürlich auch: 5,9 Liter gross und gegen Aufpreis. Die Dreigangautomatik war hingegen serienmässig eingebaut.
Mit dem Ende des Modelljahres 1976 verschwand der Chrysler by Chrysler ohne einen echten Nachfolger. Das Prinzip seines Namens lebte aber fort. Knapp 13 Jahre später griff es nämlich das amerikanische Stammhaus auf – und setzte in Sachen Exklusivitätsanspruch sogar noch einen drauf: mit dem Chrysler by Maserati.

































