Für den Preis hätte ich ihn auch gekauft
Dies hören wir oft, wenn wir nach Versteigerungen mit Oldtimer-Enthusiasten sprechen: “Für den Preis hätte ich ihn auch genommen”. So zum Beispiel, als bei Bonhams anlässlich des Goodwood Festival of Speed 2024 ein MG Metro 6R4 von 1986 als Gruppe-B-Einsatzfahrzeug für nur £ 70’000 anstatt der durchaus realistisch-geschätzten £ 150’000 bis 200’000 zugeschlagen wurde. Am Ende bezahlte der Käufer also £ 80’500 (EUR 95’795 oder CHF 93’380) für einen sehr seltenen Gruppe-B-Wagen, von dem es keine 200 Exemplare mehr gibt. Wie konnte der Wagen so billig rausgehen?
Als Beobachter wundert man sich über das offensichtlich niedrige Höchstgebote. Da hätte man doch das Zünglein an der Waage sein können? Aber, sobald man mitbietet, ändert sich die Dynamik. Automatisch geht der Preis höher, weil nun ja mindestens zwei Leute dasselbe Auto wollen. Aber es könnte ja sein, dass der Gegner nur spasseshalber oder mit niedrigem persönlichen Limit mitgemacht hat und man den Wagen mit seinen eigenen, leicht erhöhten Gebot kriegt?
Auf solchen Mechanismen basiert das Auktionsgeschäft, mit der Integration der Internet- und Telefonbieter ist das Ganze allerdings etwas intransparenter geworden.
Der gute Preis für den Metro 6R4 wurde übrigens nur möglich, weil das Lot “ohne Mindestpreis” angemeldet worden war. Der Verkäufer ging das Risiko, weniger zu erhalten als erhofft, also ein. Ob er allerdings mit einem derartig schlechten Abschneiden seines Autos gerechnet hatte?
.jpg)

























