Vom Kerenzerberg bis Le Mans: Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird!
Wenn sich ein Motor wie am Kerenzerbergrennen vom vergangenen Wochenende in seine Einzelteile auflöst, schaut das in etwa so aus. Kolben und Ventile liegen bereits in der Botanik.
So sahen Motorschäden in der Vergangenheit aus. Heute ist die Technik so viel besser, dass es derartige Schäden kaum mehr gibt. Am Wochenende fand in Le Mans das legendäre 24-Stunden-Rennen statt, in dessen Endphase – nach über 23 Stunden – sich noch neun der 23 Hypercars in der Führungsrunde befanden. Diese vermutlich seit 101 Jahren einzigartige Anzahl zeigt in seiner 92. Auflage des Rennens, wie unglaublich eng es da zu und her ging und wie standfest die heutigen Autos sind, denn schonend konnte nicht mehr gefahren werden.
Trotz der vielen Safety-Car-Phasen (insgesamt 6:54 Stunden) musste Rennrunde für Rennrunde am absoluten Limit gefahren werden. Kamui Kobayashi im Toyota überholte zweimal auf der Hunaudières den Ferrari von Antonio Fuoco. Das erste mal winkte er ihm aus dem Cockpit nur zu, das zweite mal zeigte er ihm zwei Finger für das jetzt "zweite Mal" – und das Ganze bei rund 320 km/h.
Der privat eingesetzte gelbe Ferrari mit Robert Kubica, der sehr viel Führungsarbeit geleistet hatte, war einer der ganz wenigen, die mit einem elektrischen Blackout am Motor weggeschoben werden musste – ungefähr zur selben Uhrzeit, als sich auch dieser ebenfalls gelbe Opel Ascona am Kerenzerberg verabschieden musste. Ob es wohl an der Farbe lag?
In Le Mans gesellten sich die beiden Alpine von Mick Schumacher und Ferdinand Habsburg noch mit dazu, die doch bereits nach sechs Stunden beide mit Motorschäden das Zeitliche segneten. Insgesamt verzeichneten aber die Hypercars nur sechs Ausfälle. Noch vor 30 Jahren wären bei dieser stundenlangen, extrem heftigen Gangart vermutlich früher oder später alle Autos schon Stunden vor der dem Senken der Zielflagge liegengeblieben. Auch das ist Fortschritt.
P. S. Zum Kerenzerbergrennen 2024 haben wir natürlich bereits einen umfangreichen Rückblick publiziert.


























