Der Auf- und Abschwung des Sechszylinders
Wer sich in den Sechziger- und Siebzigerjahren ein Auto mit Sechszylindermotor leisten konnte, hatte es geschafft. Denn das Gros der Autos war damals mit Vierzylindern ausgerüstet und zwei Zylinder mehr galten schon als Statussymbol.
Doch spätestens ab den Achtzigerjahren konnten sich immer mehr Autokäufer einen (kleinen) Sechszylinder leisten, bei BMW und Mercedes-Benz liessen sich die Wagen mit mehr als vier Zylindern oft besser absetzen als die Einstiegsmodelle.
1991 demokratisierte Volkswagen den Sechszylinder endgültig und baute ihn in den Golf ein, VR6 hiess das Ergebnis. Auch andere Autobauer setzten auf kompakte Autos mit Sechszylindermotoren und über rund zwei Jahrzehnte waren die Wagen mit sechs Töpfen beliebt und begehrt.
Inzwischen aber hat sich die Stimmung, beeinflusst durch immer schwieriger zu erfüllende Abgasnormen, gewendet. Sechszylinder sind “out”, die aktuelle Mercedes-Benz C-Klasse etwa hat nicht einmal als AMG-Spitzenmodell noch mehr als vier Zylinder, andere Hersteller gehen in dieselbe Richtung. Dank Turboladern und optimierter Verbrennung leisten kleine Vierzylinder heute ein Vielfaches der Neunzigerjahre-Sechszylinder, sind auf dem Papier auch sparsam und leichter im Motorraum zu platzieren.
Aber Hand aufs Herz: Es geht doch eigentlich nichts über einen guten Sechszylinder. Kraftentfaltung und Geräuschkulisse überzeugen zumindest mich auch heute noch mehr als die aufgeladenen Vierzylinder und Sechszylinder-Fahrzeuge wirken einfach irgendwie erwachsener und luxuriöser als ihre Nachfolger mit vier Töpfen. Aber vielleicht geht es ja nur mir so. Und hat sicher auch damit zu tun, dass der grösste Anteil der Fahrzeuge in meiner nun schon etwas längeren Autokarriere von Sechszylindermotoren (in Reihen-, V- und Boxer-Konfiguration) angetrieben war. Der abgebildete Golf VR6 in der Farbe “Dusty Mauve” war einer von ihnen.


























