Fünf gewinnt!
Etwas Demut und Bescheidenheit und grosse Bewunderung für die, die wirklich alles kennen, durfte ich diese Woche in der Sammlung von Volkwagen Nutzfahrzeuge Oldtimer in Hannover üben und hegen. Tobias Twele ist ein absoluter Kenner seiner Materie, der Projektleiter in den Bereichen Heritage Management, Brand Protection und Brand Building führte uns durch die rund 150 Fahrzeuge starke Sammlung der Oldtimerabteilung von VW Nutzfahrzeuge. Für Bullifans ist der Ort eine Art Aladins Höhle, der Ort, wo die Bulli-Geschichte bewahrt und gepflegt wird. Über den Umfang und die Art und Weise der Dienstleistungen, die an der Vahrenwalderstrasse in Hannover angeboten werden, wollen wir in einem grösseren Umfang demnächst eingehen. Doch eines vorweg: Vom Ur-Bulli von 1950 bis zu Kundenfahrzeugen in der Restaurierungswerkstatt ist dort alles zu finden. Ein weisser T3 ist mir aber besonders aufgefallen, besonders dessen Typenbezeichnung auf dem Heck und ein kleiner Aufkleber daneben mit der südafrikanischen Flagge.
Viel Hubraum für den VW Transporter
Von einem VW Microbus 2.6i habe ich noch nie gehört, die Exotik dieser Typenbezeichnung und selbst tiefergehende Überlegungen zu einem möglichen Motor innerhalb des VW-Fundus' führten mich in die Sackgasse. Ein Sechszylinder kann es ja nicht gewesen sein, der baute doch Oettinger in den Bus ein? Zudem stimmte auch optisch irgend etwas nicht mit diesem T3. Gut, der breite Grill für den Kühler unten und die Doppelscheinwerfer darüber sind ja offensichtlich als Unterschied erkennbar. Aber es war noch etwas anderes.
Tobias Twele klärte mich dann auf: Dieser Transporter von 1994 aus Südafrika wurde serienmässig mit einem Audi-Fünfzylinder ausgerüstet, der wie bei anderen Motoren im VW T3 hinter der Hinterachse längs eingebaut wurde. Um die grössere Bauhöhe zu kompensieren, hatte man in Südafrika den Boden des Laderaums im Heck erhöht. Für die Passagiere wurden zudem die Seitenscheiben leicht tiefer nach Unten vergrössert, so dass mehr Licht durch den Wagen strömt. Mit bis zu 136 PS und dem typischen Fünfzylinder-Sound von Achtern dürfte das Fahrerlebnis von einer ganz speziellen Note sein. Im südlichen Afrika wurde der T3 noch bis 2002 weitergebaut – also zehn Jahre länger als in Hannover. Da hat der Bullifan wieder etwas gelernt.
Audi-Fünfzylinder mit 136 PS, leicht geneigt im Heck eingebaut

































