Es war einmal ... der andersfarbige Pneu
Nicht nur die Farben der Autokarosserien, auch die der -reifen sind in den letzten Jahren immer monotoner geworden. Ganz egal ob Kleinwagen, Sportcoupé oder Luxuskarosse – heutzutage tragen die Gummis, die die lebenswichtige Verbindung zum Asphalt herstellen, immer ödes Schwarz. Doch das ist nicht immer so gewesen. Vor allem in den Sechzigerjahren bot sich dem Pneukunden eine Farbenpracht, an die man sich heute kaum noch erinnert.
Bekannteste Abwandlung ist natürlich der Weisswandreifen, dessen Kontrastierung sich im Laufe der Jahrzehnte von der vollen Flankenhöhe zu einer schmalen Linie hin verschlankte.
Ähnlich erging es dem roten Flankenschmuck, der jedoch in breiter Form höchst selten auftrat. Deutlich häufiger fand er sich als dünner Ring auf US-amerikanischen Muscle Cars der Anfangsjahre – und allen Europäern, die ihnen nacheiferten.
Wer seinen Amerikaner auf einer gepflegten Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit rollen lassen wollte, der konnte sich für Pneus mit einer goldenen Zierlinie entscheiden.
Wer es hingegen erst meinte mit dem Sport und ihn auch gelegentlich auf der Rennstrecke praktizierte, den konnte man an einem blauen Strich um die Felge erkennen, gerne kombiniert mit einem weissen Namenszug des Reifenfabrikanten.
Zum Höhepunkt der Muscle-Car-Ära Ende der Sechzigerjahre traf man die farblich abgesetzten Buchstaben vermehrt auf Strassen-Fahrzeugen, die sich nachts erbitterte Ampelduelle lieferten.
Der innenbeleuchtete Reifen des Barris Golden Sahara blieb jedoch eine einmalige Spielerei. Beinahe schade. Gerade heute würde doch die LED-Technologie einen Serienbau wesentlich vereinfachen.


























