Zukunft aus Zwickau – Kennen Sie den Sachsenring Uni 1?
Selten dürfte der Innovationssprung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Autos grösser gewesen sein. Noch 1989 hatte man ein 32 Jahre altes, Öldunst-knatterndes Plastikwägelchen zusammengezimmert, dem nur mit fremder Hilfe Anschluss an die viertaktende Moderne gelungen war. Und schon 1996 baute die Sachsenring GmbH in Zwickau eine siebensitzige Grossraumlimousine mit Aluminiumkarosserie und Hybridantrieb: den Uni 1.
Zwar war die Idee, eine Verbrennungskraftmaschine mit einem Elektromotor zu kombinieren, nicht revolutionär neu. Doch verwendeten die Sachsen im Gegensatz zum Alfa Romeo Alfa 33 Ibrida keinen Otto-, sondern einen Dieselmotor. Genauer: den auch ohne Elektrohilfe schon als Effizienzwunder gefeierten 1,9-Liter-TDI von Audi mit 90 PS. Zwischen dem selbstzündenden Direkteinspritzer und dem Getriebe sass der 41 PS starke Elektromotor.
Das Getriebe war ein elektrohydraulisch betätigtes Fünfganggetriebe, das von Fichtel und Sachs entwickelt worden und ursprünglich auch für den BMW Z3 vorgesehen gewesen war. Generell bediente man sich, wo es möglich war, Komponenten erfahrener Firmen, anstatt für mehr Geld etwas Eigenes und Schlechteres zu entwickeln. So stammte die Vorderachse beispielsweise vom Ford Galaxy. Über den Getriebewählhebel liess sich auch während der Fahrt der Diesel abschalten, sodass in städtischen Ballungs- und Smog-Gebieten auch 80 Kilometer weit abgasfrei gefahren werden konnte.
Hatte man in der Bundesrepublik Ende der Achtzigerjahre noch über den Trabant gelacht und von der DDR in der Hoffnung auf Inspiration gen Westen geschielt, so waren es nun die "Wessis", die von den "Ossis" lernen wollten. Für Testzwecke wurde nämlich auch ein Ford Mondeo mit dem Antrieb des Uni 1 bestückt. Besonders interessiert an der neuen Technik waren ausserdem Firmen aus Japan.


























