Porsche 944 S2 Cabriolet 1989 - vier grosse Töpfe für Sonnenanbeter
Zusammenfassung
Zwischen 1989 und 1991 baute Porsche das 944 S2 Cabriolet, das als indirekter Nachfolger des 356 Cabrios der Sechzigerjahre gesehen werden kann. Knapp 700 Exemplare wurden verkauft und sie sind bis heute bei Sonnenanbeter und Sportwagenfahrern beliebt. Dieser Fahrzeugbericht schildert die Geschichte des Porsche 944 S2 und zeigt ein Cabriolet aus dem Jahr 1989 auf umfangreichem Bildmaterial.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Vom 924 zum 944 S
- Mehr Hubraum für den 944 S2
- Design-Evolution
- Mehr Zylinder sind nicht immer mehr
- Verbrauchsgünstig
- Am Schluss noch das Cabriolet
- Nicht einmal drei Jahre
- Hochwertig
- Weitere Informationen
Geschätzte Lesedauer: 6min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Mitte der Sechzigerjahre lief das letzte Porsche 356 Cabriolet vom Band und bis 1989 mussten Offenfahrer warten, bis ihnen Porsche wieder ein “richtiges” Vierzylinder-Cabriolet anbot. Dass der Motor nun vorne sass und die Karosserielinie eine Weiterentwicklung des 924/944-Modells war, dies störte Sonnenanbeter kaum. Eher schon war der Preis von DM 89’900 oder CHF 83’100 ein Hinderungsgrund, sich das hübsche Cabriolet zuzulegen. Im Jahr 1976 präsentierte Porsche nach dem 914 erneut einen volkstümlichen Sportwagen, den 924. Dass er ursprünglich als Projekt für Volkswagen entstanden war, sahen die frühen Käufer sofort, denn manches im Innern stammte direkt aus dem VW-Ersatzteillager. Am meisten übel nahm man es dem hübschen Coupé aber, dass auch der Motor normalerweise seinen Dienst in Audi- und Volkswagenmodellen tat.
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Bilder zu diesem Artikel

Der Motor war ein Gedicht. Bei niedrigen Drehzahlen - und vor allem unter Last - konnte er zwar die Vierzylinderbauweise nicht verbergen, da sorgte die fehlende Arbeitstakt-Überschneidung für das typische Vierzylinderbrummen. Aber schon ab mittleren Drehzahlen - und erst recht im hohen Drehzahlbereich bis 7000 lief dieser Motor dank seiner Ausgleichswellen so richtig turbinenhaft sahnig. Selbst der für seinen kultivierten Lauf berühmte, große BMW-Sechszylinder, den ich anschließend fuhr, konnte da im oberen Drehzahlbereich nicht mithalten.
Ansonsten war der 944 S ein Super-Auto für den Alltag: handlich, kompakt, mit seiner Heckklappe auch für größeres Gepäck geeignet (selbst ein zweieinhalb-Meter-Weihnachtsbaum war kein Problem: Beifahrersitzlehne flachgelegt, Baum von hinten nach vorne in den Beifahrer-Fußraum geschoben, Klappe zu, heimgefahren), sehr komfortabel auch auf langen Strecken (in keinem anderen Auto konnte ich so beschwerdefrei selbst über 5 Stunden am Stück sitzen), und die Straßenlage war so überlegen, wie man es von einem Porsche erwartet: selbst bei starken Seitenwindeböen konnte man noch problemlos und gänzlich unaufgeregt Geschwindigkeiten über 200 km/h fahren. Das Überholprestige der Karosserie sorgte zudem dafür, dass einem der Verkehr auch ziemlich oft Gelegenheit dazu gab; manchmal war es mir direkt peinlich, wenn andere Autofahrer bereitwillig für mich die Überholspur räumten, obwohl ich momentan eigentlich gar nicht schneller fahren wollte...
Nicht ganz so gut sah es mit der Zuverlässigkeit aus: Da wurden neben dem üblichen Verschleiss an Bremsen, Auspuff und Batterie auch neue Ventilfedern, ein neues Antriebsgelenk, ein Kabelbaum (wegen Brandgefahr durch ein verschmortes Kabel), ein neuer Ölkühler (undicht - Öl im Kühlwasser) und diverse kleinere Reparaturen fällig; zweimal mußte ich mich wegen Defekten abschleppen lassen. Besonders ärgerlich war dabei, dass durchweg alle Ersatzteile bei Porsche damals schon unverschämt teuer waren; ich habe mich ernsthaft gefragt, wieviele Millionen Mark eigentlich ein komplett aus Original-Ersatzteilen aufgebauter 944 S gekostet hätte...
Das machte letztlich trotz des (angesichts sehr flotter Fahrweise) moderaten Verbrauchs (10,5 Liter) den Strich durch die Wirtschaftlichkeit, weshalb ich dann zu einem BMW 735i wechselte. Bei dem war das damals noch besser - teilweise auch deshalb, weil es dafür schon preiswerte Ersatzteile von Drittherstellern gab. Diesen BMW habe ich dann in 11 Jahren über 300.000 km gefahren - unterm Strich bisher mein bestes Auto. Das am besten zu fahrende Auto blieb aber bis heute der Porsche.

































































































































































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