Das zuverlässige Kleintaxi
Es war im Jahr 1954, als in der Stadt Bern eine Gruppe von Taxihaltern zuverlässige und billige Kleintaxi einführten. Gefahren wurde mit rot-geben Fiat 1100. Das war eine kleine Revolution, denn normalerweise nutzten Taxibetreiber grosse Limousinen, oftmals Amerikaner als Fahrzeuge für ihre Passagierdienste. Aber offensichtlich gab es ein Bedürfnis nach günstigeren Lösungen. Und günstiger war das Fiat-Taxi mit der Rufnummer 9 11 11. Die Grundtaxe betrug lediglich einen Franken, der Kilometerpreis war bei 0.50 Franken festgesetzt, wenn nur ein Passagier mitfuhr. Mit zwei oder drei Personen kostete als dann 0.60 Franken pro km, mit vier Personen 0.80 Franken. Mehr passten in den Fiat nicht hinein.
Somit kostete eine 2-km-Fahrt von Hauptbahnhof in Bern zum Hotel Bellevue Palace im günstigen Taxi nur 2.60 Franken für vier Personen. Da konnte man nicht klagen, heute wäre die Fahrt sogar im eigenen Dacia Logan teurer.
Ah, ja, im Jahr 1954 wurde Juan Emanuel Fangio Formel-1-Weltmeister und die SBB schaffte die dritte Klasse ab. Zudem geschah "das Wunder von Bern" in jenem Jahr, aber die Taxi-Innovation war damit nicht gemeint.
Und wo erfährt man solche Sachen? Zum Beispiel am Oldtimertreffen O-iO in Sarnen/Obwalden, wo das gelb-rote Taxi fotografiert werden konnte. Das O-iO geht übrigens heute noch in die zweite Runde. Wir werden natürlich auch noch einen Veranstaltungsrückblick dazu publizieren.


























