Pragmatismus statt Poesie
Was haben ein afrikanischer Hornträger, eine südamerikanische Zierpflanze, eine italienische Nachspeise, eine griechische Stadt und eine schottische Ballsportart gemeinsam? Richtig, sie alle bezeichnen eine Lackfarbe eines Automobils. Aber während man sich bei "Antilope" und "Kapuzinerkresse" noch in etwa die Grundfarbe vorstellen kann, ist bei "Pannacotta", "Marathon" und "Golf" schon etwas mehr Phantasie gefragt.
Namen wie "Kryptongrün" oder "Angorablau" geben immerhin die Richtung im Farbkreis vor – wenn auch die falsche. Das Edelgas ist farblos, das Fell der türkischen Katze weiss. Um sich gar nicht erst in solchen Widersprüchen zu verzetteln, schenkte sich Ford beim Taunus P6 jeden Anflug von Poesie und benannte die zehn Farben so simpel wie unmissverständlich: Von "Weiss" bis "Hellgrün-Metallic". Ein bisschen Raum für Phantasie blieb dennoch: Wie mag wohl "Rot I" ausgesehen haben?


























