Gilbern - seltene Kunststoffraritäten aus England
Die Geschichte von Gilbern, einem Autohersteller aus Wales in England, begann abenteuerlich. In einem Schlachthaus stellten Bernhard Friese, ein deutscher Ingenieur, und Giles Smith, ein walisischer Metzger, 1959 die ersten Kunststoffsportwagen her.
Der Name entstand aus dem Zusammenzug der ersten drei, respektive vier Buchstaben der Vornamen der Firmengründer (Gil+Bern). Nach ersten Versuchen lancierten die beiden Autobauer den Gilbern GT, ein durchaus attraktiv geformtes 2+2-plätziges Coupé, das für £ 845 als Bausatz verkauft wurde. Wie für diese Fahrzeugart üblich erhielt man ein Rohrrahmen-Plattform-Chassis, Komponenten verschiedenster englischer Grossserienfahrzeuge und einen Motor von Austin, Coventry Climax oder MG. Insbesondere die MG-Version war populär.
1966 stellte Gilbern den “Genie” vor, diesmal durch einen brandneuen Ford V6 angetrieben, noch bevor dieser Motor bei Ford offiziell erhältlich war. Dem Genie folgte der “Invader”.
Ein Mittelmotor-Gilbern kam nie aus dem Prototypen-Stadium heraus, ein mit einem 3,4-Liter-Wastlake-Ford motorisiertes Coupé wurde ebenfalls nie lanciert. Man musste sich mit der Modellpflege an bestehenden Fahrzeugen begnügen. 1973 ging die Firma konkurs und trotz einiger Wiedererweckungsversuche kam Gilbern nie mehr zum Laufen. Ein signifikanter Anteil der Produktion von einigen hundert Autos dürfte überlebt haben.
Wir planen, in den nächsten Monaten einen Artikel über Gilbern und die wichtigsten Autos zu publizieren.


























