Waren Supercars in den 50er-Jahren dem Normalauto stärker überlegen, als dies heute der Fall ist?

Bruno von Rotz
12.11.2010

Als ich kürzlichst den AR-Test über den Ferrari 212 Export aus dem Jahre 1951 lass, traute ich meinen Augen nicht. Die Autoren entschuldigten sich dafür, dass sie ihre übliche Distanz und Neutralität beinahe verloren hatten, weil das Auto so unvergleichlich gut war.

Wenn man die erzielten Fahrleistungen, die gemessen wurden, mit einem “Normalauto” der damaligen Zeit, Renault Heck, vergleicht, dann sind die Beschleunigungszeiten des Ferrari tatsächlich um den Faktor 3-5 besser, die Höchstgeschwindigkeit knapp doppelt so schnell, wie beim Renault. Aber dies stimmt auch für einen heutigen Einstiegs-VW-Golf, wenn man ihn mit einem Lamborghini Gallardo LP 560-4 vergleicht. Interessanterweise ist auch die Preisdifferenz in einem ähnlichen Rahmen (Faktor 6-10) geblieben. Trotzdem erscheint der Unterschied zwischen dem erwähnten Golf, oder einer höherwertigen Version des VW Golfs, beispielsweise dem Golf R, nicht mehr so weit weg vom Gallardo zu sein, wie der Renault vom Ferrari. Tatsächlich kann ein Golf R mit etwas Tuning soweit optimiert werden, dass er auf dem Hockenheimring ähnliche Rundenzeiten erreicht wie der besagte Gallardo. Mit dem Renault Heck wäre dies sicherlich nie möglich gewesen, zu gross waren die Unterschiede bei Motorisierung, Chassisbau, Aufhängungen und Gewichtsverteilung. Auch ist zu sagen, dass die Mehrleistung des Gallardo heute kaum mehr im normalen Strassenverkehr ausgenutzt werden kann, während die Autoren aus den Fünzigerjahren die bessere “Steigfähigkeit” und den “Durchzug” in den längeren Gängen als wertvolle Bereicherung betrachteten. Interessant in diesem Zusammenhang ist alledings die Aussage, dass “Durchgangsstrassen in Europa inklusive der Autobahnen wegen der verhältnimässig geringen Breite (!) keine derartig hohe Geschwindigkeiten (160-200 km/h) zulassen würden”.

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