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Taugen moderne Autos (ab 1980/1990) als Sammlerfahrzeuge und zukünftige Oldtimer?

Bruno von Rotz - 24.10.2010

Ein Dauerthema bei Oldtimer- und Youngtimer-Fans und Besitzern ist die Fragestellung, ob Autos aus der Neuzeit, und da können wir durchaus bis 1980 zurückgehen, langfristig konserviert und auf der Strasse gehalten werden können. Auch die Oktober-Nummer von Oldtimer-Markt hat sich gerade wieder diesem Thema gewidmet, mit dem Resumé, dass es schwierig wird, aber dass Hoffnung erlaubt ist.

Es gibt eigentlich fünf Themenbereiche, die die Zukunftsfähigkeit moderner Autos in Frage stellen:

(1) Elektronik - ein Minenfeld, aber Hoffnung naht

Bosch Steuergerät

Seit den späten 70er-Jahren gelangt immer mehr Elektronik in unsere Autos. Angefangen mit Einspritzungssteuerung, ABS-Steuerungen, elektronischen Zündungssystemen wurden diese Systeme immer komplexer und unerteinander immer vernetzter. Es stellen sich hier drei Probleme:

  • Elektronische Komponenten werden alt, gebrechlich und hören auf zu funktionieren, entweder weil Verbindungen nicht mehr korrekt leiten oder einzelne Komponenten nicht mehr richtig arbeiten
  • Die Analyse von elektronischen Problemen ist sehr aufwändig und davon abhängig, dass ich korrekte und vollständige Schaltpläne und Funktionsschemas habe
  • Die Hersteller der Komponenten und Steuerungen sind oftmals vom Markt verschwunden, Ersatzteile sind nicht mehr verfügbar oder selber wieder defekt (siehe das Problem mit der Alterung).

Was an sich relativ desolat tönt, ist auf der anderen Seite aber auch ein neues Geschäftsfeld. Schon jetzt haben findige Anbieter Tausende von Motorsteuerungen analysiert, so dass zum Zeitpunkt X, wenn eine Nachfrage exisitert, entsprechende Neuteile angeboten werden können. Problematisch ist neben den Innereien allerdings auch die Tatsache, dass auch bei Steckverbindungen und Gehäuseteilen eine enorme Vielfalt herrschte und daher viel Engineering nötig sein wird, selbst einfache Ersatzteile wieder anzubieten. Was in dieser Situation zusätzlich hilft, ist die Tatsache, dass Mikroprozessoren immer leistungsfähiger werden. Es ist also denkbar, programmierbare Standardsteuerungen in grösseren Stückzahlen zu bauen, die dann die einfacheren Steuerungen von früher einfach simulieren. Ob sich der ganze Aufwand allerdings lohnen wird, hängt vom Wert des Fahrzeugs ab, für einen Aston Martin DB7 Vantage oder einen Ferrari 360 wird man sicher bereit sein, 5000 oder 10000 Euros auszugeben, um ihn wieder zum Laufen zu bringen, bei einem Golf III oder Fiat Unto Turbo wohl weniger.

(2) Moderne Karosserien sind unrestaurierbar

Um die passive Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Gewichtszunahme in Grenzen zu halten wurden Karosserien in den letzten 10-20 Jahren immer komplexer. Die Verwendung unterschiedlichster Materialien, hochfester Stahle für bestimmte Partien und strukturspezifische Bau- und Reparaturanweisungen machen moderne Karosserien praktisch unrestaurierbar. So meinen Experten, dass zum Beispiel ein Mercedes R129, also die SL-Generation die ab 1989 gebaut wurde, den Restaurator vor praktisch unlösbare Probleme stellen wird. Gleichzeitig wurde aber auch die Haltbarkeit dieser Karosserien durch bessere Materialwahl und gute Rostvorsorge verbessert, so dass in vielen Fällen eine Restauration zumindest in der absehbaren Zukunft gar nicht nötig sein wird. Es wird also mehr darum gehen, von Anfang an ein gutes oder sehr gutes Auto zu kaufen.

(3) Komplexität - viele Fehlerquellen

Wie schon bei der Elektronik erwähnt, wurden Autos immer komplexer. Ein modernes Auto verweigert den Start, wenn bestimmte Sensoren nicht das erwartete Signal liefern. Während der Fahrt wird dauernd gerechnet und geprüft. Die Fehlersuche, wenn in diesem Netzwerk von Sensoren, Mikroprozessoren und Aktoren etwas nicht mehr nicht mehr erwartungsgemäss abläuft, kann man oftmals Tage suchen, bis man die vielleicht triviale Fehlerquelle (Kabelverbindung, defekter Sensor, etc.) gefunden hat. Bei teuren Klassikern wird sich dieser Aufwand allemal lohnen, bei billigen vielleicht nicht. Die Komplexität führt gleichzeitig im Vergleich zu Autos aus den 30er- oder 60er-Jahren zu viel mehr Fehlerquellen. Während ein Triumph TR3 zum Beispiel noch recht überschaubar ist, kann eine Mercedes S-Klasse-Limousine aus den 90er-Jahren vermutlich von manchem kleinen Wartungsbetrieb nicht mehr verstanden werden.

(4) Fehlende Ersatzteile - zu grosse Vielfalt

Fahrzeuge benötigen Wartung, Verschleissteile müssen ersetzt werden. Darunter gehören zum Beispiel auch die Airbags bei Autos aus den 90er-Jahren. Oftmals gibt es aber schon heute keine Ersatzteile mehr und die Teile aus Abbruchfahrzeugen haben genauso gealtert und sind keine Lösung. Auch hier werden mögliche Anbieter wohl zuerst das anbieten, was entweder sehr häufig verlangt wird oder sehr teuer verkauft werden kann. Dies bedeutet, dass auch hier teure und seltene Fahrzeuge im Vorteil sein werden. Ein interessantes Beispiel hier sind auch die Reifen - schon heute sind Dimensionen, wie sie in den frühen 80er-Jahren eingesetzt wurden, teilweise nicht mehr lieferbar.

(5) Wichtige Rolle des Gesetzgebers

Einen wichtigen Einfluss auf die Chance von moderneren (aber auch älteren) Autos, Oldtimer und Sammlerfahrzeuge zu werden, hat der Gesetzgeber. Hier sind nicht nur Förderungsmassnahmen wie spezielle Kennzeichen, Wechselschilder oder freie Fahrt in Umweltzonen relevant, sondern insbesondere die Veränderung von Zulassungsvorschriften. Wird zum Beispiel vom Prinzip, dass ein Fahrzeug nur die Vorschriften von der ersten Inverkehrssetzung erfüllen muss, abgewichen, kann dies für Oldtimerbesitzer zu einem erheblichen Problem werden. Auch sind die Entwicklungen der Gesetzgebung aus Sicherheitsüberlegungen (Licht bei Tage, Blackbox, Car-to-Car-Kommunikation, etc.) eine Gefahr für Oldtimer und sporadisch eingesetzte Sammler-Fahrzeuge. Man stelle sich nur vor, dass alle neuen Autos mit Systemen ausgerüstet werden, die verhindern, dass die örtliche Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten werden kann. Was würde dies für Altfahrzeuge bedeuten, wo ein Eingriff in die Fahrzeugsteuerung nicht so einfach möglich ist?

Langer Rede kurzer Sinn - es gibt Hoffnung, aber die Chancen für moderne Autos, in dreissig Jahren noch zahlreich auf unseren Strassen unterwegs zu sein, sind sicher geringer, als sie es für die Generationen davor waren. 

 

Das Schweizer Valvoline Racing Team 1968

Bruno von Rotz - 12.10.2010

Zu Beginn des Jahres 1968 wurde unter dem Namen Valvoline Pacing Team ein Verein gegründet.

Initianten waren fünf aktive Rennfahrer und die Valvoline Zürich. So umfasste das Team die folgenden damals aktiven Rennfahrer, die sich an schweizerischen und ausländischen Rennen beteiligten, von links: Jean-Pierre Aeschlimann, Jörg Fankhauser (kniend), Bruno Gerber, Peter Boner, Peter Mattli, Roland Stierli, Walter Habegger, Siegfried Zwimpfer, Haiispeter Nyffeler, Hans Brändli, Fiorenzo Crenionini, Karl Foitek, Werner Rüfenacht, Claudio Tschander, Robert Blöchlinger und Heinrich Wirth.

Lang ist's her!

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