Ist der Dino-Prototyp viel zu billig?
RM Sotheby's versteigert in Monterey am 13. bis 15. August 2026 189 klassischer Automobile, darunter auch ein ganz besonderer Dino. Wir haben dem Auto einen grossen Artikel mit umfangreichem historischem Bildmaterial gewidmet. Es handelt sich beim gelben Coupé um den Prototypen, der 1966 in Turin gezeigt wurde. Im Gegensatz zu allen weiteren Prototypen verfügt der Sportwagen über einen längs eingebauten V6-Motor, das Interieur wurde spezifisch für dieses Showcar gestaltet.
Chassis 00106 ist ein Einzelstück, das im Gegensatz zu vielen anderen derartigen Prototypen vom Werk verkauft und in der Folge viel eingesetzt wurde. So haben sich mehr als 50'000 km (gemäss Tacho) angesammelt. Der Wagen wurde mindestens einmal restauriert und sieht heute wieder fast so aus, wie er in Turin präsentiert wurde.
USD 3 bis 3,5 Millionen schätzen die Spezialisten von RM Sotheby's als Wert. Dies mag im Vergleich zu anderen Dino-Varianten, die zwischen USD 300'000 und 800'000 gehandelt werden, als teuer erscheinen. Aber der Prototyp 00106 ist ein Einzelstück, voll fahrtüchtig und unterscheidet in vielen Aspekten von den späteren Serienmodellen. Vielleicht ist es sogar der beste Dino, der je gebaut wurde, denn er ist mit rund 800 kg sehr leicht und nahe am Rennsportwagen.
In Zeiten, in denen für einen Ferrari F40 über USD 4 Millionen, für einen Enzo sogar das Doppelte verlangt werden, erscheint das Turiner Ausstellungsfahrzeug jedenfalls wie ein Schnäppchen, zumal einem der Eintritt zu den grossen Concours (in Pebble Beach war der Wagen vor über 30 Jahre einmal zu sehen) sicher offen steht.
Aber schauen wir mal, wie dies die Sammler in der heutigen Welt sehen. Im August 2018 wechselte der Dino bei Gooding & Co in Pebble Beach für USD 3,08 Millionen den Besitzer. Seither sind vor allem jüngere Ferrari deutlich teurer geworden, Sechzigerjahre-Raritäten eher nicht.
Trotzdem, hätte ich selber das Geld, ich würde als grosser Dino-Fan im August sicher mitbieten …


























