Wie gross soll das Rad denn sein?
Vermutlich ist es den wenigsten Lesern direkt aufgefallen, aber letzte Woche haben wir über zwei Autos berichtet, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und zwar vor allem entlang eines Aspektes, nämlich der Radgrösse.
Während der American Underslung 40-Zoll-Räder aufwies, kam der Honda Z600 mit 10-Zoll-Felgen aus. Beides wirkt aus heutiger Sicht extrem aus der Zeit gefallen. Die meisten von uns sind mit Autos aufgewachsen, deren Felgen einen Durchmesser von 12 bis 15 Zoll aufwiesen. Der Golf etwa hatte 13-Zoll-Räder.
Seit einigen Jahren allerdings wachsen die Durchmesser beständig, moderne Supersportwagen und SUVs kommen gerne mit 22- oder sogar 23-Zoll-Durchmessern an den Rädern daher. Allerdings sind diese Räder oft mit extremen Niederquerschnittsreifen gekoppelt.
Im Grundsatz bieten grössere Räder einen geringeren Rollwiderstand und oftmals auch mehr Komfort, mit ein Grund, dass niemand mehr Autos mit 10-Zoll-Felgen verkauft. Allerdings muss man die Räder ja auch in den Radhäusern unterbringen, wo sie federn und im Falle der Vorderräder auch noch zwecks Kurvenbewegungen seitlich drehen müssen. Entsprechend sind der Grösse Grenzen gesetzt. 40-Zöller wie beim American Underslung würden heute ziemlich unförmige Karosserien erzeugen.
Interessant ist noch ein Blick zum Fahrrad, für diejenigen, die sich da auskennen. Neuerdings gibt es Gravel-Räder und Mountain-Bikes, die mit grossen 32-Zoll-Rädern (anstatt 28 Zoll, also 10 Zentimeter mehr Durchmesser) ausgerüstet werden. Auch da geht es um Komfort und Rollwiderstand. Die Optik allerdings bleibt auch hier etwas auf der Strecke, für ein normales Ästhetik-Empfinden sind die Räder im Verhältnis zum Rahmen einfach zu gross. Aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an vieles …

























