Nicht ganz Acht – unser Quiz zum V6-Motor
Ist ein V6 ein verhinderter V8? Oder wäre ein V6 eine «natürliche» Erscheinung und der V8 einfach eine Übertreibung? Historisch gesehen ist der V8 natürlich der entscheidende Schritt, der geschickte Schachzug und der unerwartete Gegenschlag. Vereinfacht gesagt war der volkstümliche V8 die Antwort von Ford auf die Reihensechszylinder bei den Konkurrenten General Motors und Chrysler, respektive bei Chevrolet und Plymouth. Nein halt, der Plymouth hatte auch nur vier Zylinder, als er 1929 auf den Markt kam, dafür aber vier hydraulische Bremsen. Dies im Gegensatz zum Ford A, der mechanisch bremste, und eben zu Chevrolet, wo es ab 1929 besagte Sechszylinder gab. Ford konterte 1932 mit dem bekannten Flathead-V8. Ein Motor, der so raffiniert konstruiert war, dass er billiger zu bauen war als der Vierzylinder von Chrysler. Und – natürlich – bot er mit seinen acht Töpfen mehr Prestige. Gewiss, es hatte schon zuvor V8-Motoren gegeben, aber eben nur in ausgesprochenen Luxuswagen.
Chassis mit Ford V8 am Autosalon Paris 1932
Doch welche Rolle hat der V6? Wurde ihm je die Liebe zuteil, die er verdient hätte? Oder wird er immer im Schatten des V8 stehen? Dabei hat alles so gut angefangen, damals, als Lancia 1950 für den Aurelia diese Bauform erstmals in einem Serienautomobil zeigte. Der V6 war etwas Edles, ein würdiger Antrieb für einen Oberklassewagen. Dies mit Betonung auf Klasse.
Motor des Lancia Aurelia Serie Due
Doch ausgerechnet im Land der V8-Motoren wurde ihm so etwas wie die edle Aura entzogen und der V6 zum Budget-Motor degradiert, zum kleinen, schäbigeren Bruder des V8. Bestes Beispiel ist der innovative Aluminium-V8-Motor von Buick von 1961, den man 1964 durch einen dünnwandigen Gusseisen-V6 ersetzte. Später dann, in den frühen 1980er-Jahren, wurde er zum Inbegriff des Downsizing, der Verkleinerung der amerikanischen Ausmasse bei Hubraum und Karosserie.
Doch auch die Europäer machten bei diesem Spiel munter mit. Der Douvrin-Motor, auch PRV genannt, ist ein gutes Beispiel. Jeder wusste bei der Präsentation, dass er eigentlich ein V8-Motor hätte werden sollen. Oder dass er zumindest auf dieser Idee beruhte. Da wünschte man sich, dass dies erst gar nicht durchgedrungen wäre, dass da ein V8 als Grundlage diente.
Aber nein, nicht jeder V6 war eine Verlegenheitslösung. Erinnern wir uns etwa an den Dino-V6, erst Renn-, später dann Sportmotor, der seiner Urheberschaft in Maranello absolut gerecht werden konnte. Beim Alfa Romeo «Busso»-Motor ist es dasselbe. Und selbst der 3,2-Liter aus dem Fiat 130 wird gelobt. Doch bei Maserati sind wir wieder beim alten Muster: ein V6 als kleinere Variante eines V8? Der ganz oben abgebildete V6 aus dem Citroën SM mag dies vermuten lassen. Aus der Gegenperspektive betrachtet war er aber für lange Zeit wieder der erste Citroën-Antrieb mit mehr als vier Zylindern. Also ist er definitiv eine tolle Sache.
Aber warum bin ich überhaupt auf dieses Thema gekommen? Richtig, ich habe einige V6-Motoren für dieses 188. Quiz für Autokenner zusammengestellt. Es ist nicht ganz leicht zu spielen, dafür sind auch einige Informationen darin versteckt. Viel Spass!


























