Ewige Vize-Weltmeister!
"Das gibt's doch nicht! Die (Schweizer Eishockey-) Nati bleibt im dritten WM-Final in Folge ohne Tor und verliert wie im Vorjahr in der Overtime 0:1. Finnland ist Weltmeister“, titelte die Schweizer Tageszeitung “Blick” gestern. Aber Hut ab vor der Leistung der Schweizer Nationalmannschaft und Kopf hoch, denn auch als ewiger Vizeweltmeister kann man sich unsterblich machen. Jetzt fragt man sich bestimmt, warum wir plötzlich über Eishockey berichten. Doch es gibt hier eine gute Parallele in unser Thema.
Sir Stirling Moss, gilt noch heute als einer der besten Rennfahrer aller Zeiten. Mit der Mille Miglia 1955 hat er sich mit dem absoluten Streckenrekord im Mercedes-Benz 300 SLR unsterblich gemacht. Er wird oft mit Michael Schumacher, Ayrton Senna, Jim Clark und Juan-Manuel Fangio, gegen welchen er dreimal die WM verlor, in einem Zug genannt. Er schaffte den Titel nie, wurde aber viermal (1955, 1956, 1957 und 1958) hintereinander Vizeweltmeister. Heute ist er weltbekannt als ewiger Vize-Champion. Würde die Millionenfrage lauten, wer 1964 F1-Weltmeister wurde, könnten diese Frage nur ganz wenige beantworten. Den ewigen Vize-Weltmeister aber wüssten aber wohl die meisten.
Nach dem Rückzug von Mercedes-Benz 1955, als der Brite hinter Juan-Manuel Fangio Vizeweltmeister wurde, stieg Moss 1956 auf Maserati um und wieder „nur“ Zweiter hinter dem Argentinier. 1957 und 1958 fuhr er im Vanwall und schon wieder scheiterte er nur knapp an Fangio.
1958 gewann Moss 4 Rennen und sein Gegner Mike Hawthorn im Ferrari gerade mal eines, doch die fünf zweiten Plätze brachten jenem mit einem Punkt Vorsprung den Titel.
Sir Stirling Moss war ein grandioser Rennfahrer und ein grosser Gentleman dazu. Als Hawthorn in Portugal eine Disqualifikation drohte, setzte sich Moss dagegen ein. Später meinte er: „Hätte ich mich damals nicht so stark für ihn eingesetzt, wäre ich der Weltmeister von 1958, aber ich würde es immer wieder tun, weil es einfach nur fair war.“
1999 erhob ihn Königin Elisabeth ll. als "Knight Bachelor" in den Adelsstand und so wurde er zum „Sir" Stirling Moss.
Wer weiss, was wohl der Schweizer Eishockey-Nati nach dem vierten Vize-Titel verliehen wird …


























