Nein, ich wollte ihn nicht kaufen ...
Nein, ich wollte ihn nicht kaufen. Ich hasse Hellblau. Ich hasse die Simili-Speichenräder der Fünfzigejahre. Ich hasse Ponton-Karosserien in geschrumpfter US-Design-Imitation. Und vor allem: Ich bin schliesslich ein seriöser Sammler. Ich habe ein Konzept, ich habe Sammlungsschwerpunkte, und da kommt Simca nicht vor. Meine Sammlung ist klar strukturiert!
Aber ich habe ihn doch gekauft. An einem heissen Juli-Sonntag im Südburgund an einer Brocante auf der grünen Wiese. Für drei Euro, ohne Schachtel und ohne hintere Stosstange.
Was war da los? Ich glaube, er hat mir leid getan. Er schaute etwas traurig, mit seinen heruntergezogenen Mundecken. Dabei muss er sich doch nicht schämen. Er hat eine edle Zweifarbenlackierung. Und die Simili-Speichenräder wirken so schön filigran, im Massstab 1:43. Eigentlich – wirft man mal alle Vorurteile über Bord – ist dies doch einfach ein richtig gut gelungenes Modell! Es ist ja nicht das Auto. Also, schon auch, aber eben viel kleiner. Einfach zum Gernhaben. Aber ich wollte ihn wirklich nicht kaufen.
Ich glaube, ich muss eine neue Abteilung in meiner Sammlung schaffen. Für alle die Modelle, die ich nicht kaufen will. Und das sind viele.
Zum Original: Simca Aronde Grand Large, Coupé auf Basis der Limousine, gebaut 1956 bis 1958, 1,3-l- Vierzylinder, 48 PS. Die Aronde (altfranzösisch für Schwalbe, Simcas Markenzeichen), hergestellt zwischen 1951 und 1964, war das erste eigenständige Modell der Marke, anfänglich aber noch mit Fiat-Motor.


























