Mooneyes und Grease in Mellingen
Teile, Klamotten und Amerikaner von original bis heftig customized: Das Swapmeet in Mellingen AG ist eine Sache für Insider. Im Zentrum steht dabei ein kleiner Shop, der wohl eher ein Hobby als ein lukratives Business darstellt: Custom Parts & Wear. Hier gibt es Teile für Hot-Rods und kleine Gadgets für Amerikanerwagen, Kleider und Schuhe aber auch die nötige Ausrüstung für glitzernde Lackierungen und schwungvolle Pinstripes. Oder Grease, die Schmiere für die Haare, der nötige Stoff für die tolle Tolle.
Am Pfingstsonntag trafen sich vor den Shops die Fans, Freunde der Szene, Vintage-Lifestyler, Hot-Rodder sowie einige Billies und Bellas zum gemütlichen Stelldichein und brachten ihre Autos mit, manche sehr original, viele mit reichlich Patina und auch einige nach allen Regeln der Kunst aufgebaute Hot-Rods, vorzugsweise im Vorkriegsstil. Das war damals noch nicht das Hobby verzogener Vorstadtjungs, sondern ein Lebensgefühl eines konspirativen Haufens junger, sozial eher benachteiligter Schrauber, die mit ihren vom Schrott geholten und mit minimalen Mitteln auf "schneller" getrimmte Kisten bei Ampelrennen gegeneinander und gegen alle anderen, die sich darauf einliessen, Beschleunigungsrennen fuhren.
Dass vor Ort nur der richtige Style zu finden war, dafür sorgte ein Marshall bei der Platzzufahrt: Der kultige AMC Pacer eines Freundes etwa durfte nicht aufs Gelände fahren, der Jeep Wagoneer aus derselben Epoche hingegen schon. Der Pacer-Besitzer nahm es gelassen und marschierte halt zu Fuss auf das Gelände.
Wenn Hot Rods nicht glänzen, die Trittbretter fast über den Boden schleifen und die mit Aluzylinderdeckeln aufgemotzen Ford-Flathead-V8-Motoren frech unter den Hauben hervorschauen – oder eine solche gar weggelassen wird –, dann wirkt das Ganze etwas verruchter, wilder und ungezügelter als bei einer chromglänzenden Custom-Show. Einige Jungs trugen denn auch grosse Patches, die Aufnäher auf den Kutten von Mitgliedern einer Bikergruppe. Aber alles easy: Die Stimmung war friedlich, die Autos eine Augenweide, manche standen auch zum Verkauf. Und wie es scheint, gibt es auch in der Schweiz findige Geister, die es schaffen, solch einen Wagen – zum Teil wahre Kunstwerke – zulassungsfähig herzurichten.
Das war nun nicht unbedingt die Oldtimerwelt, wie man sie gemeinhin kennt, aber höchst vergnüglich alleweil. Auch der Verkauf scheint für manche Händler recht gut gelaufen zu sein, dies etwa gemäss den Angaben einer in der Szene bekannten Schneiderin von Vintage-Kleidern nach alten Schnittmustern. Sie packte später guter Dinge ihre Auslage in ihren Opel Kapitän A.


























