Stippvisite vor dem Beaulieu Spring Autojumble
Der Beaulieu Autojumble ist immer eine Reise wert – oder auch nur schon eine Stippvisite auf einer Reise durch Frankreich und Englands Südwesten. Denn für die Frühlingsausgabe hat es mir nur gerade für einen kurzen Gang über einen Teil des Geländes am Tag vor der Eröffnung gereicht. Dazu mussten wir einen Zaunwärter davon überzeugen, dass wir unbedingt rein mussten. Vielleicht hat es geholfen, dass wir ortskundiger waren, als der gute Mann selbst.
Der grösste Teilemarkt des Vereinigten Königreichs auf den Ländereien von Lord Montagu of Beaulieu hat eine lange Geschichte, er fand zum ersten Mal 1967 statt. Beaulieu liegt in der südöstlichen Ecke des New Forest in Hampshire im Süden Englands und ist der Sitz derer von Montagu. Die Region wurde von William the Conqueror, dem ersten Normannen-König (the Battle of Hastings 1066) als königliches Jagdgebiet mit weitreichenden Auflagen belegt, die zum Schutz des Wald- und Heidegebiets bis zum heutigen Tag beigetragen haben.
Die Linie der Montagu hingegen reicht gar nicht sehr weit in die Vergangenheit zurück, obwohl der Name Montagu bis ins Mittelalter verfolgt werden kann. Erst 1885 wurde Henry John Montagu-Scott zum ersten Baron Montagu of Beaulieu erhoben, dies, nachdem die Linie der Montagus auf männlicher Seite 1802 eigentlich ausgestorben war. Sein Sohn war, als 2. Baron Montagu of Beaulieu, der erste Automobilist des Vereinigten Königreichs und brachte den König Edward VII. als ersten Monarchen Europas, auf einem British Daimler das Autofahren bei. Zudem stand seine Tochter Modell für die Spirit of Ecstasy, der Rolls-Royce-Kühlerfigur.
Der 3. Baron, Edward John Barrington Douglas-Scott-Montagu, 3rd Baron Montagu of Beaulieu, schliesslich – inspiriert von seinem Auto-verrückten Vater, der starb als Edward zwei Jahre alt war – hatte in den 1950er-Jahren damit angefangen, historische Autos in den Räumen des Familienstammsitzes zu sammeln. Daraus wurde 1972 das National Motor Museum in Beaulieu.
Der am Beaulieu-Spring-Autojumble 2026 angebotene Hinterhof-Special hatte leider keinen Platz im Kofferraum...
Nun, viel Zeit hatte ich nicht und zudem war ich Freitags am falschen Tag vor Ort – dann, als die Händler noch am Aufstellen der Stände waren. Dennoch durften sich einige bereits über etwas Umsatz freuen, denn offenbar scheint es üblich zu sein, dass man sich unter den Händlern – kaum fertig aufgebaut – gegenseitig Waren abkauft. Viele waren jedenfalls schon "ready for action" und – ganz neu, viele Händler sind mit einer Zahlmöglichkeit per Kreditkarte (!) angereist! Einfach den Geldbeutel aufreissen und zeigen, dass nicht mehr "Cash" drin ist als man eben geboten hat, funktioniert nicht mehr so richtig. Und €uronen werden auch von manchen akzeptiert.
So konnte ich mir einige NOS-Spielzeugautos sichern, etwa den Jaguar XJC12 als Polizeiversion von Corgi Toys von 1979 und, als wichtigste Anschaffung, eine Fettpresse (TItelbild) für meinen Vorkriegswagen, den Graham-Paige. Die kurze Verweildauer – und der kleine Kofferraum des Jaguar XJ-S, mit dem wir unterwegs waren – hat geholfen, dass ich die nächsten Monate nicht wegen Budgetüberschreitung nur von Suppe und Brot leben muss.

























