Rundstreckenrennen in der Schweiz (endgültig) wieder möglich
Im Motorsport geht es oft um Hundertstelsekunden oder noch kleinere Zeiteinheiten, in der Politik aber mahlen die Mühlen deutlich langsamer.
Bereits im Jahr 2022 berichteten wir, dass das Verbot von Rundstreckenrennen in der Schweiz aufgehoben sei. Damals hatten die Räte (National- und Ständerat) schliesslich ein Einsehen gezeigt und das Verbot aus dem Strassenverkehrsgesetz gekippt. Das Verbot erfolgte im Nachgang zum verheerenden Unfall von Le Mans im Jahr 1955, als viele Zuschauer starben. Während andere Länder allerdings ihre Einschränkungen schon bald wieder lockerten, blieben Rundstreckenrennen in der Schweiz für Jahrzehnte verboten. Immer wieder wurden Vorstösse unternommen, doch mehrfach scheiterten diese an den politischen Instanzen, so etwa 2011. Immerhin wurden Ausnahmen, z.B. für die Formel E, gewährt, so 2018 in Zürich.
Im Jahr 2022 aber gelang schliesslich der Durchbruch. Doch nun vergingen nochmals vier Jahre, bis auch noch die Verkehrsregelnverordnung (VRV) angepasst werden konnte. Diese Änderung tritt nun auf 1. Juli 2026 in Kraft, womit künftig die Kantone für die Bewilligung dieser Sportveranstaltungen zuständig sind. Bei der Vergabe von Bewilligungen müssen die Kantone sicherstellen, dass Sicherheitsstandards eingehalten und Erfordernisse des Umweltschutzes berücksichtigt werden.
Soweit so gut, allerdings gibt es in der Schweiz nur eine einzige existierende permanente Rundstrecke, nämlich jene von Lignières. Und diese eignet sich kaum für grosse und schnelle Rennveranstaltungen. Ob nun ob der vereinfachten Bewilligungslage jemand den Mut fassen wird, eine grössere Rundstrecke zu bauen, ist leider mehr als nur fraglich. Und ein Rundstreckenrennen auf öffentlichen Strassen, z.B. in der Stadt Zürich (siehe Bild oben), dürfte aufgrund der politischen Lage auch weiterhin nur im SimRacing möglich sein …

































