Aus dem Lack!
Was ist das grösste Übel beim Arbeiten an alten Autos? Es gibt natürlich verschiedene Aspekte, die zunächst nicht besonders lustvoll erscheinen, etwa dann, wenn einem eine Ölleitung geborsten ist, beispielsweise zum Ölkühler. Das Geschmiere im Motorraum und unter dem Wagen ist nichts, was man mit Wonne wieder herrichtet. Allein schon das Zeug wieder aus allen Ritzen zu wischen.
Ein ganz besonderes Verhältnis aber habe ich zum Lack. Ich bin damit nie wirklich klargekommen. Entweder fehlt mir die Geduld für die Vorarbeiten, was sichtbare Schleifspuren hinterlässt, oder es läuft trotz grösster Sorgfalt doch noch eine Träne, oder ein Staubfussel setzt sich im letzten Moment mitten auf die glatte Fläche. Wir werden einfach nie Freunde. Und es mag auch daran liegen, dass man hier mit Selbermachen eher selten ein gutes Resultat erzielt. Denn selbst dem Profi gelingt ein makelloser Farbauftrag nicht immer auf Anhieb. Wie soll also mir als Laien, in meinen bescheidenen Verhältnissen, das Lackieren einigermassen gelingen?
Nun, ich versuche es doch immer wieder einmal. Allerdings beschränkt sich mein Effort nicht auf wertvolle Teile mit hohem Beachtungswert, sondern eher auf „Gebrauchsfarbe“. So habe ich etwa eine Radkappe ersetzt, die mir auf der italienischen Autobahn nach einem Ausweichmanöver vor einem Schlagloch von der Felge gerissen wurde. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gleich ein paar originale Schweizer Armee-Rückspiegel umlackiert, sodass sie nun auf den VW T1 passen. Für einmal schien das Resultat ganz passabel geworden zu sein. Doch wie heisst es? Auch ein blindes Huhn findet ab und zu ein Korn.


























