Es war einmal (und ist noch immer) ... der Zebrastreifen
Schon in den Dreissigerjahren wurde über mögliche Markierungen und Beschilderungen im Strassenverkehr nachgedacht, um das Fussvolk nur noch an vorbestimmten Stellen über die Strassen führen. Die noch heute verwendete gelbe Farbe befand der Bundesrat 1936 für passend, da ja auch die ganzen Wanderwege seit 1934 in derselben Farbe ausgeschildert waren. Bis dann der erste gelbe Zebrastreifen in Basel auf die Chaussee gemalt wurde, dauerte es jedoch noch bis 1948.
Frankreich hatte schon in den Dreissigerjahren Überwege eingeführt, wodurch sich die Zahl der an Kreuzungen getöteten Fussgänger fast um die Hälfte verringert hat. Laut ADAC wäre die Mortalitätsrate noch weiter gesunken, wenn sich die Fussgänger stets streng an die Streifen beim Überkreuzen der Strasse hielten. Auch die Automobil-Revue bejammerte schon 1933: "Die Fussgänger gehen mehrheitlich ausgerechnet neben dem Streifen über die Strasse und die Fahrzeugführer tun ebenfalls so, als ob keinerlei Markierung vorhanden wäre."
In den vergangenen 91 Jahren scheint sich also zumindest in dieser Hinsicht nicht allzu viel verändert zu haben, abgesehen davon, dass Fussgänger seit 1962 auf den gelben Streifen offiziell Vortritt vor den Automobilisten haben. Manche Streifengänger sehen das heute als Einladung, vor dem Queren der Strasse selbst mit Musik im Ohr nicht einmal mehr den Blick vom Handy zu erheben. Wer aber schaut, dem wird über die Füsse gefahren. Denn der Autofahrer denkt sich dann: "Der hat mich ja gesehen."


























