In der Karosserie verschwindende Türen
Als Ende der Achzigerjahre der BMW Z1 präsentiert wurde, staunte die Welt über die vertikal versenkbaren Türen (Bild unten). Einen Sportwagen mit Türen, die in der Karosserie verschwanden, gab es aber schon viel früher, genauer gesagt in den Fünfzigerjahren.
Der Kaiser-Darrin wurde vom Kaiser-Designer Howard Darrin gezeichnet und basierte auf dem Chassis des Kaiser-Frazer ‘Henry J’. Der kleine Sportwagen, der ab Winter 1953 in nur 435 Exemplaren gebaut wurde, fiel besonders wegen seiner Buggestaltung, die wie ein Kussmund wirkte, auf. Charakteristisch für den Kaiser-Darrin waren die horizontal verschiebbaren und in den vorderen Kotflügel verschwindenden Türen.
Der Firmenchef Henry J. Kaiser war vom Wagen übrigens nicht so richtig angetan, doch seine Frau überstimmte ihn und die Serienproduktion konnte beginnen. Nach einem Jahr war aber Schluss, als Kaiser die Personenwagenproduktion ingesamt aufgab.
Neben den ungewöhnlichen Türen hatte der Kaiser-Darrin auch das Karosseriematerial mit dem BMW Z1 gemeinsam, beide verfügten über eine Kunststoffkarosserie. Eine weitere Parallele war der unbequeme Einstieg: Beim Kaiser-Darrin verschwanden die relativ kurzen Türen nur teilweise in den vorderen Kotflügeln und gaben damit als Konsequenz nur eine schmale Türöffnung frei, beim BMW Z1 sorgten die senkrecht versenkbaren Türen für eine hohe zu übersteigende Karosseriebegrenzung.
Nach dem Ende der Produktion bei Kaiser wurden von Howard Darrin bis 1958 noch weitere 50 Wagen in Eigenregie in unterschiedlichen Ausführungen hergestellt. Ein Kaiser-Darrin von 1954 ist im Louwman Museum in Den Haag zu besichtigen.

































