Besonders bei US-amerikanischen Kombis liess sich das Rückfenster häufig in die Heckklappe hinabfahren oder -kurbeln. Bei Fünftürern von BMW konnte das Glas später unabhängig vom Blech nach oben geklappt werden. Eine dritte, weitaus seltener gewählte Möglichkeit, den Kofferraum zu beladen, falls ein Öffnen der Achterluke nicht möglich war, bot bereits 1967 die Kombi-Ausführung des Nissan Gloria. Dort liess sich statt der Heckscheibe das seitliche Laderaumfenster elektrisch im Kotflügel......
Und zwar aus gleich zwei verschiedenen Gründen: Einerseits weil immer weniger Leute rauchen und Aschenbecher generell als Ausstattungsdetail verschwinden. Und andererseits weil heutige Schalthebel so kurz sind, das man kaum noch ein Perlenkettchen darumlegen kann – sofern es sie überhaupt noch gibt. In vielen Autos haben ja längst Dreh- oder Druckknöpfe ihre Funktion übernommen. Aber 1953, als noch ein halber Meter Metall aus dem Mitteltunnel emporragte und jeder Atem- auch ein Lungenzug war,......
Wenn die Batterie bei meinen Autos in den Achtzigerjahren schlapp machte, dann gab es meist ein einfaches Prozedere. Entweder stand im Handbuch, welcher Batterietyp benötigt wurde, oder man las diese Werte auf der Batterie. Dann ging's in den Baumarkt, wo meist eine reichhaltige Auswahl an Batterien vorhanden war, legte einen zweistelligen Betrag auf den Tresen und wechselte die Batterie zuhause in wenigen Minuten aus. Grosse Mechaniker-Erfahrung oder -Kenntnisse waren dafür nicht nötig. Kaum......
Stellen Sie sich einmal vor, der Thermostat würde mit zunehmender Wassertemperatur immer weiter schliessen oder der Verteiler mit steigender Drehzahl immer mehr auf Spätzündung stellen. Kontraproduktiv? Aber hallo! Trotzdem hielt sich bis in die Sechzigerjahre eine Konstruktion im Automobilbau, die nach genau diesem Prinzip funktionierte: der über den Unterdruck im Ansaugtrakt angetriebene Scheibenwischer. Das erklärt sich wie folgt: Im Leerlauf oder bei wenig Gas saugt der Motor mehr Luft aus......
Der Begriff tauchte, zumindest in der uns bekannten Literatur, eigentlich erst auf, als das Problem schon (fast) gelöst war. Das “Turboloch” beschreibt jene Verzögerung, die zwischen dem Herunterdrücken des Gaspedals und der Erzeugung nutzbarer Leistung des zwangsbeatmeten Motors entsteht. Weil der Turbolader ja erst mit zunehmendem Durchströmen der Abgase so richtig zu drehen beginnt und dann dem Motor wieder zusätzlich verdichtete Luft zuführen kann, reagiert der Turbomotor verzögert auf die......
Blöde Situation: Da muss man spontan einen Geschäftsfreund im eigenen Auto mitnehmen, aber die Assekuranz deckt nur Fahrzeughalter samt Familie ab. Und natürlich muss es wie immer schnell gehen. Ist dann gerade kein Fernsprecher zur Hand und im blödesten Fall sogar Sonntag, kann das bei Missgeschicken am Steuer mitunter recht teuer werden. Für diese unglückliche Fügung der Umstände gab es ab Herbst 1951 zumindest in Frankfurt am Main eine Lösung: den Versicherungsautomaten. Für 1,50 DM gab der......
Zumindest im ursprünglichen Wortsinne. Denn während es die nützliche Klappschatulle vor dem Beifahrerplatz noch immer gibt, wird sie kaum noch zu dem Zwecke genutzt, der ihr einst den Namen gab. Natürlich nicht. Spätestens seit der Erfindung der Lenkradheizung sind Handschuhe im Alltagsverkehr überflüssig geworden. Heute wird das Handschuhfach deshalb meist zweckentfremdet, kann Lebensmittel kühlen oder Kanister für Innenraumdüfte aufnehmen. In den Achtzigerjahren musste es sogar den ersten......
Wer immer nur in Autos der Moderne gefahren ist, der hat vermutlich eine Erfahrung nicht gemacht. Nämlich, dass der Umfang mit dem Gaspedal mit Bedacht erfolgen sollte. Heute kann man nämlich selbst auf Schnee einfach auf's Gas drücken und die Elektronik kümmert sich dann um die Traktion. Ähnliches beim Beschleunigen mit kaltem Motor, moderne Autos ziehen dann einfach los, da gibt es weder Fehlzündungen noch ein Verschlucken (der Vergaser). Dies war natürlich vor einigen Jahren oder......
Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass im Zeitalter von USB-Anschlüssen und Bluetooth-Schnittstellen in der Mittelkonsole quasi jedes Mobil- auch gleichzeitig ein Autotelefon ist. Gleichzeitig bestätigt diese Verallgemeinerung aber auch die Aussage dieses "Es war einmal…"-Beitrags: Die Zeit der fest im Wagen installierten Fernsprecher ist definitiv vorbei. Dabei liegt ihre Blütezeit noch gar nicht so lange zurück. 1959 begann die deutsche Post den "öffentlich-beweglichen......
Darauf gekommen bin ich, als ich die Berichterstattung zum neuen elektrischen Renault 5 las. Dieser wird mit vier Seitentüren ausgeliefert, obwohl er ja das Design des Ur-R5 imitiert, den es zumindest anfänglich nur mit zwei Seitentüren gab. Aber eine Limousine mit nur zwei Türen links und rechts könne man heute fast nicht mehr verkaufen, erfuhr ich da. Hoppla, dies war mir gar nicht so aufgefallen bisher. Klar, haben heute die SUVs und die grossen Limousinen alle je zwei Türen pro Seite, aber......
Stellen Sie sich vor, Sie fahren über einen Bahnübergang und der Motor geht genau über den Schienen aus. Er lässt sich auch nicht mehr starten. Die Schranken beginnen sich wegen eines sich nähernden Zuges zu schliessen. Was tun? Mit einem älteren Auto kein Problem. Ersten Gang einlegen, den Anlasser mit dem Zündschlüssel in Bewegung setzen und schon rumpelt der Wagen vorwärts. Weite Strecken schafft er so nicht, aber von den Geleisen kommt man so sicher weg. Moderne Autos stellen sich da stur.......
Gut, seit die ganze Welt bis auf eine berühmte Ausnahme nördlich der Alpen geschwindigkeitsbegrenzt ist, hat es sich damit sowieso weitgehend erledigt. Aber auch in Deutschland werden Autos längst nicht mehr so gefordert wie früher. Wie viele Alltagsfahrer bewegen denn ihren VW Golf 1.2 TSI noch über eine längere Strecke mit 200 km/h? Wenn 1964 aber ein Käfer 120 km/h erreichen konnte, dann wurden diese 120 km/h auch gefahren. Mit steigender Motorleistung hat der Vollgasanteil zwecks......
Haben Sie es mitbekommen? BBS ist mal wieder pleite. So verwunderlich ist das allerdings nicht, ist doch der Zubehörmarkt für Automobile seit Jahren stark rückläufig. Als leidenschaftlicher Individualisierer denkt man wehmütig an die Zeit zurück, in der man selbst für das unbekannteste Nischenmodell aus mindestens fünf verschiedenen Rückleuchten wählen konnte. Für die populären Fabrikate gab es sogar so viel Nachrüstware, dass man eigentlich dreimal das gleiche Auto haben musste, wollte man......
Mit der Verbreitung von 3D-Programmen am Computer ist es bedeutend einfacher geworden, die inneren Strukturen und Vorgänge eines technischen Objektes zu zeigen. Bevor sich jedoch jede noch so komplexe Maschine digital sezieren liess, musste dies noch aufwendig von Hand und mit klarem Konzept erledigt werden. Da waren Virtuosen an der Säge gefragt, denn jeder Schnitt musste sitzen. Was einmal ab war, liess sich kaum mehr wieder anfügen. Wie viele Ford-V6 und Fiat 1500 wohl dran glauben mussten,......
Ja, früher war Autowaschen noch einfach. Man stellte den Wagen auf den Hof, rollte einen Schlauch aus, nahm einen Eimer mit Autoshampoo dazu und los ging's mit der liebevollen Handwäsche. Am Schluss wurde noch abgeledert und bereit war der Wagen für die nächste Woche. Schon in den Sechzigerjahren kamen Autowaschanlagen auf, die einem diese Arbeit abnahmen. Fortan fuhren immer mehr Autobesitzer ihren Wagen in die Anlage und liessen ihn mit Bürsten und anderem Reinigungszeug reinigen. Heute ist......
Es gibt Dinge, die fielen einem gar nicht auf, als sie verschwanden. Dabei waren sie gleichzeitig simpel und funktionell. Als Beispiel sei hier der von innen verstellbare Aussenspiegel ohne Motoren und Elektrik genannt. Dies war eigentlich ein echter Fortschritt damals, als man nicht mehr die Seitenscheibe öffnen musste, um für die Aussenspiegeleinstellung nach draussen zu greifen. Schliesslich war dies unangenehm, zumal wenn es regnete oder sehr kalt war. Bereits in den späten......
Sie waren die Pracht und Zierde der Sechziger- und Siebzigerjahre-Sportwagen. Gemeint sind die umfangreichen Anordnungen von Anzeigeninstrumenten für alle Lebensäusserungen des Fahrzeugs und der Technik. Einzeln eingebaut und sorgfältig auf die zur Verfügung stehende Fläche im Armaturenbrett verteilt gaben sie den Autos Charakter. Viele Hersteller hatten individuelle Vorlieben, wie die “Uhren” am besten angeordnet sein sollten, ob vor dem Fahrer hinter dem Lenkrad und/oder in der......
Heutzutage wird ja viel über die Nachteile der modernen Interieurtechnik gefotzelt. Berührungssensitive LCD-Bildschirme sind zur Schaltzentrale im Automobil geworden. Da bleibt die Haptik oft auf der Strecke und selten ist es möglich, Funktionen blind ein- oder auszuschalten. Das war einst anders. Ergonomisch geradezu müstergültig war der Kippschalter. Nicht nur spürte man perfekt, ob der Umschaltvorgang geklappt hatte, man konnte dem Schalter auch ansehen, in welcher Stellung er war. Im......
Ein normalgrosse Reserverad, das jenen entsprach, die an den beiden Achsen montiert war, war bis in die Achtzigerjahre fast der Normalfall. Aber bereits in den Siebzigerjahren begannen Autohersteller, den Autos anstelle des grossen und schweren Reserverads schmälere Noträder (im englischen Sprachgebrauch “Space Saver”) mitzugeben. Die Vorteile waren klar: Das kleinere Rad war leichter und es benötigte weniger Platz im Gepäck- oder Motorraum. Zudem war die Wahrscheinlichkeit eines......
Ist es nicht eine Unverschämtheit, dass Augenkliniken noch immer mehrere Tausend Franken fürs Lasern der Hornhaut verlangen? Auf jeder Autobahn kann man das heute gratis bekommen! Man muss nur warten, bis des nachts ein modernes Vehikel mit LED-Scheinwerfern entgegenkommt. Okay, kurz zurück zur Ernsthaftigkeit. Matrix-Scheinwerfer, die durch intelligente Verkehrserkennung und Selbstabschaltung die Sichtweite vergrössern, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden, sind ja heute der letzte......
Ich hätte mir nicht vorgestellt, dass ich dies irgendwann schreiben würde. Aber nun hat doch tatsächlich Polestar die Heckscheibe (bei einem SUV-"Coupé"!) abgeschafft. Tatsächlich! Der Polestar 4 hat keine Heckscheibe mehr. Der schwedische Hersteller erklärt diese bahnbrechende Innovation so: “Durch das Entfernen der Heckscheibe und den Einbau einer nach hinten gerichteten HD-Kamera werden der Innenraum und die Sicht nach hinten verbessert.” Nun mag der Polestar-Fahrer ja glücklich über......
Es hiess “Kundendienst-Scheckheft” oder auch “Serviceheft”, aber gemeint war eine komplette Liste der vorgenommenen Unterhaltsleistungen und meist auch die Vorgabe für diese. Wichtig wurde dieses Scheckheft meist beim Verkauf/Kauf, denn so konnte man nachschauen, was der/die Vorbesitzer gemacht hatten und ob der Wagen gemäss Werksvorschriften gewartet worden war. Zudem sah man auch die jeweiligen Kilometerstände anlässlich dieser Serviceleistungen. Eigentlich konnte man ziemlich viel aus einem......
Schon in den Dreissigerjahren wurde über mögliche Markierungen und Beschilderungen im Strassenverkehr nachgedacht, um das Fussvolk nur noch an vorbestimmten Stellen über die Strassen führen. Die noch heute verwendete gelbe Farbe befand der Bundesrat 1936 für passend, da ja auch die ganzen Wanderwege seit 1934 in derselben Farbe ausgeschildert waren. Bis dann der erste gelbe Zebrastreifen in Basel auf die Chaussee gemalt wurde, dauerte es jedoch noch bis 1948. Frankreich hatte schon in den......
Na ja, ein bisschen zu früh sind wir mit unserem Unkenruf vermutlich schon. Noch kann man neue Cabriolets kaufen. Allerdings dünnt sich der Bestand zunehmend aus. Volkswagen hat gerade bekannt gegeben, dass die Produktion des offenen T-Roc aufgegeben werden soll. Und dies war immerhin der letzte offene VW. Bei anderen Marken sieht es nicht viel besser aus, oder dann sind offene Autos nur noch im obersten Preissegment zu finden. Immerhin hält Mazda (vorerst) noch dem offenen MX-5 die Treue,......
Wir erinnern uns alle an die Anfänge des Automobils, als die Fahrzeuge fast alle gleich oder sehr ähnlich aussahen und einen aufrechtstehenden, ziemlich grossen Kühler vor sich her trugen. Über die Jahrzehnte wurde die Aerodynamik wichtiger und auch die Anforderungen an die Ästhetik änderten sich. Die Designer kamen mit flachen Frontpartien, die nur beschränkt Platz boten für grosse Kühllufteinlässe. Das Ergebnis gefiel und tut es noch heute, wenn wir beispielsweise den Maserati Mistral......
Einen Neuwagen genau nach den eigenen Wünschen auszustatten, ist gar nicht mehr so einfach. Viel zu oft werden Sonderausstattungen nur noch in Paketen angeboten – oder sind an den Dazukauf von anderen Paketen gebunden. So verweigerte der Konfigurator von Mercedes-Benz just die Kombination von Chromzierleisten und Scheiben ohne Tönung. Wahrscheinlich, weil das Auto sonst zu hell und freundlich aussähe. Wer klare Seitenfenster will, hat auch schwarze Zierleisten zu wollen. Wer Chromglanz......
Holz ist eigentlich kein geeignetes Material für den Automobilbau: Es arbeitet, splittert und ist ohne nährende Wurzel dran auch nicht mehr wirklich wetterbeständig. Aber wenn Stahlblech knapp ist, tut's für grössere Karosserien auch der alte Kutschen-Werkstoff. Henry Ford kaufte sich 1926 sogar 160'000 Hektar Ahornwald in Michigan, um genügend Material für die Aufbauten seiner Station Wagons zu haben. Schick aussehen mussten die zweckmässigen Sammeltransporter ja nicht. Das Publikum hatte......
Sie boten die erhabene Sitzposition eines Lastwagens und konnten auf der Verkehrsfläche eines heutigen Kompaktwagens neben der Besatzung auch noch das Urlaubsgepäck einer fünfköpfigen Familie für drei Wochen Sommerferien transportieren: Minivans – die klassenlosen Alleskönner für all jene, die drei Autos brauchen, aber keine drei Autos wollen. Insbesondere Familien griffen begeistert zu, wenn der Kombi zu klein geworden war. Gemeinhin gilt der Fiat 600 Multipla von 1956 als der erste, wenn man......
Grüne Welle? Nein, das hat nichts mit politischen Ansichten zu tun und auch nichts mit dem Klimawandel und allfälligen Gegenmassnahmen, zumindest nicht direkt. Die “Grüne Welle” war ein Thema, das schon in den Fünfzigerjahren auftauchte. Man verstand darunter, Ampeln an aufeinanderfolgenden Kreuzungen so zu schalten, dass die Verkehrsteilnehmer flüssig durchfahren konnten und zwar in möglichst gleichmässigem Tempo und ohne Zeitverzögerung. Der ADAC mass und errechnete im Jahr 1973 im Artikel......
Wer an der Tramhaltestelle nicht bucklig auf sein Mobiltelefon schaut, sondern seine Umgebung mit aufmerksamen Augen betrachtet, stellt schnell fest: nur schräge Typen um mich herum! Damit sind freilich weniger die mitwartenden Handyglotzer, sondern vor allem die Automobile gemeint, deren Hecks in unterschiedlichen Neigungswinkeln, aber doch immer ohne Knick zwischen Dachkante und Stossfänger an einem vorbeiziehen. Zwischen all den Kompaktwagen, Kombis, Kleintransportern und SUV aller Spiel-......
In den Fünfziger- oder Sechzigerjahren war jedem klar, was ein GT oder ausgeschrieben Granturismo-Fahrzeug war, nämlich ein Sportwagen, der sich sowohl im Rennsport als auch auf der “grossen Reise” bewähren musste. Dementsprechend waren mindestens zwei, aber gerne zwei plus zwei Sitze Pflicht, ein nutzbarer Kofferraum und natürlich auch eine für sportliche Zwecke geeignete Motorisierung gehörten dazu. Typische GT-Sportwagen damals waren der Maserati 3500 GT oder der Ferrari 250 GT, aber auch......
Wahrscheinlich wundern sich jetzt schon die ersten. Mittig am Wagenheck angebrachte Bremsleuchten gibt es doch noch immer? Ist das nicht sogar eine verhältnismässig neue Sache? Stimmt – sofern es sich dabei um eine dritte Leuchte handelt, zusätzlich zu den zweien aussen am Fahrzeug. Die wurde erst 1986 in den USA und 1998 in der EU gesetzlich vorgeschrieben und ist es bis heute. Anders sieht es hingegen aus, wenn die mittige rote Leuchte die einzige ist, die den Nachfolgenden Verkehr vor......
Nicht nur die Farben der Autokarosserien, auch die der -reifen sind in den letzten Jahren immer monotoner geworden. Ganz egal ob Kleinwagen, Sportcoupé oder Luxuskarosse – heutzutage tragen die Gummis, die die lebenswichtige Verbindung zum Asphalt herstellen, immer ödes Schwarz. Doch das ist nicht immer so gewesen. Vor allem in den Sechzigerjahren bot sich dem Pneukunden eine Farbenpracht, an die man sich heute kaum noch erinnert. Bekannteste Abwandlung ist natürlich der Weisswandreifen,......
Ein typisch amerikanisches Designelement war das “Opera Window”. Es war in den Sechziger- und Siebzigerjahren beliebt, aber man fand es auch schon im Hardtop des Ford Thunderbird der Fünfzigerjahre (Bild oben). Üblicherweise war es in der C-Säule eingebaut, um den toten Winkel etwas zu reduzieren. Oft war es rund, aber es gab auch eckige Varianten, wie beim zweiten Beispiel ( Chevrolet Monte Carlo von 1976). Es gab durchaus auch europäische und japanische Autos, die auf dieses Design-Element......
Nun, da auch der letzte Überlebende dieses alt-ehrwürdigen Kraftfahrzeugschmucks mit wenig Aussicht auf Genesung im Sterben liegt, ist es Zeit für einen verfrühten Nachruf. Denn der ebenso erhobene wie erhabene Mercedesstern auf der Motorhaube ist selbst bei der E-Klasse nur noch auf ausdrücklichen Wunsch zu haben. Wer diesen Wunsch nicht äussert, bekommt einen Plexiglas-kaschierten Stern nach SL-Manier mittig im Kühlergrill. Kurz nachdem sich das Automobil von seiner kutschenhaften Zweckform......
Sie erinnern sich sicher noch an die Trilex-Felge , die LKW-Fahrern den Reifenwechsel erleichtern sollte – ein raffiniertes Patent, das schon manchem Spediteur den Tag gerettet hat. Nur: bevor man überhaupt den schadhaften Pneu reparieren konnte, musste man erst einmal verhindern, dass der Lastzug nach dem Reifenplatzer unkontrolliert in den Graben brettert. Das sollte ab 1952 eine neue Erfindung erleichtern: der Wivo-Autoretter. Im Prinzip handelte es sich dabei um ein kleines metallenes......
Damals, als LKW noch keine Servolenkung hatten und Fernfahrer noch gestandene Kraftprotze sein mussten, waren auch Reifenpannen ein weit häufigeres Ärgernis als heute. Damit die Fracht dennoch pünktlich ihr Ziel erreicht, musste der Kutscher den Missstand am Strassenrand natürlich eigenhändig beheben. Doch selbst der muskulöseste Spediteur wäre daran gescheitert, einen Pneu ohne maschinelle Hilfe von einer einteiligen Felge abzuziehen. Die Georg Fischer AG aus Schaffhausen entwickelte deshalb......
Vermutlich sind wir ja noch ein wenig verfrüht, denn noch immer werden neue Personenwagen mit Halogen-Glühbirnen verkauft. Aber sie werden immer spärlicher. Halogenlicht kam ab den späten Sechzigerjahren in Mode. Auf der IAA 1967 zeigte Porsche das erste deutsche Auto mit Halogen-Abblend- und Volllicht. In den Siebziger- und Achtzigerjahren setzte sich die Halogenglühbirne weitgehend durch, dann kamen irgendwann Xenon-Scheinwerfer und schliesslich noch LED- und Laserlicht, womit die......
Natürlich könnte man jetzt wieder über die Häufigkeit der Fahrtrichtungsanzeige von Fahrern deutscher Premium-Dienstwagen lästern. Aber darum soll es hier ausnahmsweise einmal nicht gehen. Wobei – vielleicht doch. Denn heute ist der Blinker auf seiner standardisierten Position links der Lenksäule eigentlich viel leichter zu finden und damit theoretisch auch einfacher zu betätigen als vor 60 Jahren. Damals hatte jeder Autohersteller noch seine ganz eigenen Vorstellungen. Bei Triumph TR3 und......
Wird heute irgendwo eine Bank überfallen, müsste man eigentlich als erstes eine Epilepsiewarnung aussprechen, bevor man die Polizei ruft. Denn das Stroboskopgewitter moderner LED-Installationen auf Einsatzwagen lässt selbst Rammstein-Konzerne wie einen Laternenumzug am Martinstag erscheinen. Es blinkt blau, blitzt weiss und zappelt gelb, sodass selbst vorher unauffällige Menschen plötzlich zur Photosensitivität neigen. Dabei ging das auch mal deutlich harmonischer: Eine Glühbirne und ein......
Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten selbst Käufer der teuersten Mercedes-Benz-Produkte noch einen Aufpreis zahlen, sollten die Seitenscheiben ihres Autos auf Knopfdruck elektrisch herunterfahren. Kleinwagenfahrer konnten von solch einem Luxus gar nur träumen. Doch wie so vieles hat sich auch der elektrische Fensterheber im Laufe der Jahre demokratisiert, sodass die klassische Kurbel heute kaum noch in einem Neuwagen zu finden ist. Über Jahrzehnte war die Fensterkurbel ein fester......
Ein modernes Auto hat kaum noch einen “richtigen” Schalter. Selbst vitale Funktionen werden via Computer-Displays oder programmierbare Schaltflächen bedient. Dies hat für den Hersteller grosse Vorteile, denn so gibt es weniger “mechanische” Unterschiede zwischen einzelnen Exemplaren eines Bautyps, die einzelnen Funktionen können programmiert und eventuell sogar nachträglich verkauft werden. Schöne neue Welt! Früher war dies anders. Die Bedienungsoberflächen eines Autos mussten auf die maximale......
Vor ziemlich genau 88 Jahren, am 19. Juli 1934, erhielt Harold T. Ames (Cord) unter der Nummer 2084120 das US-Patent für die "retractable headlight structure": Scheinwerfer, die bei Nichtgebrauch in der Karosserie verschwanden und nur des Nachts zum Vorschein kommen. Die Idee hierfür hatte der Executive Vice President der Cord Coperation von den ausklappbaren Landescheinwerfern von Stinson-Flugzeugen, die praktischerweise ebenfalls zum Cord-Konzern gehörten. Auf die Strasse kamen die......
Keine Sorge, das Lenkrad als solches gibt es noch. Und anders als es uns Science-Fiction-Filme seit Jahrzehnten voraussagen, wird es das Steuerrad im Automobil wohl noch eine Zeitlang geben. Doch ist es in meinen Augen schon jetzt Zeit für den ersten Abgesang auf jenes Bauteil, das zur perfekten Funktion nicht mehr sein muss, als der Name suggeriert: ein Rad. Auslöser ist der Renault 5 Diamant: ein "Geburtstagsgeschenk", dass der französische Architekt Pierre Gonalons dem Renault 5 zum......
Für Autofahrer, die bis vor 20 oder so lernten, einen Personenkraftwagen zu bewegen, ist die mechanische Handbremse so selbstverständlich wie das Lenkrad oder der Schalthebel. Meist war der Handbremshebel auf dem Kardantunnel angebracht. Wenn man ihn hochzog, bremsten sich (meist an der Hinterachse) dank eines Kabelzugs und Bremsaktivierung die Räder ab. Varianten der Bedienung gab es viele. Bei manchen Autos war der Handbremshebel aussen am Fahrersitz angeordnet, bei anderen Fahrzeugen unter......
Cabriofahrer der Neunzigerjahre können sich noch gut daran erinnern. Wenn das Faltdach geöffnet war, legte man eine Persenning drüber und knöpfte sie rundum an. So sah das alles sauber aus und das Dach wurde nicht verschmutzt. Bereits in den Sechzigerjahren hatte Mercedes-Benz (u.a.) die Persenning durch einen Metalldeckel ersetzt, den man anhob, das Dach darunter versenkte und wieder schloss. Sogar ein Fiat 850 Spider hatte eine solche Klappe, während der viel teurere Dino Spider mit einer......
Aussenspiegel gibt es zwar seit vielen Jahrzehnten, so richtig in “Mode” kamen sie aber erst in den Sechzigerjahren und später. Bald konnte man auch einen zweiten Spiegel nachrüsten auf der rechten Seite, meist ein symmetrisches Abbild des linken. Aussenspiegel waren bis lange in die Siebzigerjahre relativ einfache Dinger, sie bestanden im Prinzip aus einen Spiegelglas, einem kompakten und einfach gehaltenen Gehäuse und einem Standfuss, der an der Türe oder auf dem Kotflügel befestigt werden......
Vermutlich können sich einige noch daran erinnern, die meisten aber haben die hitzigen Diskussionen, die in den frühen Achtzigerjahren geführt wurden, wohl vergessen. Damals nämlich wurde entschieden, dem Blei im Benzin den Garaus zu machen. Die Amerikaner waren schon 1974 vorausgeprescht, Deutschland spielte in Europa eine Pionierrolle, die Schweizer entschieden 1984, dass auf den 1. Januar 1985 nur noch bleifreies Normalbenzin eingeführt werden solle. Es wurde schon bald “Bleifrei 95”......
Die letzten beiden Tage fand in Indiana, USA die RM/Sotheby's-Versteigerung der sogenannten “Elkhart Collection” statt. Während des ersten Auktionstages am Freitag kamen hintereinander ein Mercedes-Benz 300 c von 1956 (Lot 1201) und ein Ford Bronco von 1967 (Lot 1202) unter den Hammer. Von der luxuriösen Mercedes-Limousine wurden in den Fünfzigerjahren 1432 Exemplare gebaut, die alle den Reihensechszylinder unter der Haube trugen, welcher auch den 300 SL in modifizierter Form antrieb. DM......
Der “Zischhahn" ist ein Dekompressionshahn auf dem Zylinderkopf, den man vor dem Einschalten der Zündung für ein leichteres Ankurbeln vor dem Starten öffnet, um das Einsaugen von zündfähigem Gemisch in den Brennraum bei Wegfall des Gegendrucks zu erleichtern. Das dabei entstehende Geräusch gibt dem Ventil seinen Namen. So steht's im Glossar in Halwart Schraders Buch “Deutsche Autos 1885-1920” . Dieser Anhang ist sozusagen eine kostenlose Zugabe und sie vermittelt einige Autobegriffe, die......
Es ist nicht ganz klar, wer sie erfunden hat. Bereits in den Fünfzigerjahren wird sie in hiesigen Autozeitschriften erwähnt. Die Rede ist von der Regenrinne. Sie schützte die Besatzung vor Wasser, wenn die Türen des nassen Wagen geöffnet wurden. Sie diente aber auch als Befestigungspunkt für die über Jahrzehnte beliebten Universal-Dach- und Skiträger. Doch das Suchen nach immer besseren aerodynamischen Formen machte der Regenrinne gegen Ende des 20. Jahrhunderts den Garaus. Gefragt waren nun......
Waren die Werber vor einem halben Jahrhundert kreativer? Zuweilen will es einem fast so vorkommen, zumindest dann, wenn man eine amerikanische Automobil-Zeitschrift durchblättert, die vor 45 Jahren gedruckt wurde. Alleine schon die Datsun-Werbung ist doch wirklich witzig. Da liess man doch tatsächlich einen bekannten Maler ein Ölgemälde mit dem japanischen Coupé malen! Und auch der Dodge Charger fährt durch eine gemalte Landschaft, im Hintergrund wilde Motor-Cross-Piloten. Ein Triumph TR6......
Zugegeben, ganz verschwunden sind sie noch nicht, die Raddeckel. Allerdings haben nur noch einige wenige von ihnen überlebt, meist an Einstiegsmodellen oder über den Winter montiert und auch nur dann, wenn die immer grösseren Bremsscheiben überhaupt noch Stahlfelgen zulassen. Verchromte Raddeckel, aufwändig lackierte Versionen oder gar verchromte Kunstwerke gehören allerdings eindeutig der Vergangenheit an. In den Fünfziger- bis Achtzigerjahren waren Raddeckel noch omnipräsent. Wer nicht......
Für lange Jahre leuchteten hinten an einem Auto zwei (oder teilweise auch drei, respektive vier) Lämpchen, wenn der Fahrer auf die Bremse trat. Ausgelöst wurde das Aufleuchten durch den Pedaldruck oder die Bremshydraulik. Geleuchtet wurde meist unabhängig von der Bremskraft, es reichte im Prinzip, das Pedal zu berühren. Heute werden Bremsleuchten häufig von der Fahrzeugelektronik angesteuert, das Bremssignal geht dabei via Steuergerät und CAN-Bus zur Leuchte. Allerdings geht es heutzutage......
... da ging eine neue Online-Plattform für einen eingeweihten Kreis von Pilot-Lesern live. Beta-Phase nannte man damals den Versuchsbetrieb. Das neue Angebot hiess www.zwischengas.com und seine Macher wollten einen neuen Informationskanal für Leute bieten, die sich für Oldtimer- und Youngtimer-Fahrzeuge interessierten. Aktueller, umfangreicher und kompletter sollte sie sein, die Zwischengas-Online-Plattform. “Das kriegt ihr nie hin”, meckerten die Zweifler. “Wir geben euch höchstens zwei......
Vor 40 Jahren wurde durch Christie's wie auch in anderen Jahren anlässlich des Genfer Automobilsalons des Jahres 1975 auch eine Versteigerung von Veteranenwagen mit Jahrgängen von 1899 bis 1963 durchgeführt. Gemäss heutigem Verständnis wäre dies eine Auktion von Oldtimer-, Youngtimer- und Neoklassiker-Fahrzeugen gewesen, waren doch die jüngsten gerade einmal 12 Jahre alt. Das Angebot konnte sich sehen lassen, vom Mercedes-Benz 300 SL, damals gerade einmal rund 15 Jahre jung, über den BMW 507......
Am 14. April 1977 wurde in Lautershofen das Projekt “Bayernring” vorgestellt. Eine Rennstrecke samt Sport- und Freizeitzentrum sollte gebaut werden. Geplant waren unter anderem ein Freibad, Tennisplätze, ein Sportplatz, eine Minigolf-Anlage, ein Kinderspielplatz, ein Trimpfad, ein Freilufttheater und ein Golfplatz mit acht Löchern sowie ein Verkehrskindergarten. Das Herzstück des Projektes aber war eine 3,8 km lange Rennstrecke mit 14 Kurven und Höhenunterschieden von maximal 50 Metern. Die......
Vor über hundert Jahren gab es noch keine Tankstellen mit Neonbelichtung und Selbstbedienungssäulen. Tanken war noch eine persönliche Angelegenheit und, wie das Bild zeigt, eine idyllische Geschichte. Gut möglich, dass man neben gefiltertem Benzin (siehe Schriftzug “Gasoline filtered”) auch noch Äpfel und Brot kaufen konnte, soweit von heute weg wäre ja dieses Konzept nicht gewesen. Sicherheit war oberstes Gebot (“safety first”). Sehr wahrscheinlich hatten die Leute auf Kunden- wie auch auf......
Man würde wohl staunen, wenn man beim Stöbern in einer Preisliste für Personenwagen von heute auf eine Aufpreisoption “Vinyldach” stossen würde. Lange vorbei? Nun, solange auch wieder nicht. Noch Mitte der Siebzigerjahre gab es für den Audi 80 das Vinyldach gegen Bares und es verhiess “gibt Ihrem Wagen eine besonders sportliche Note“. Das Volvo 262 C Coupé von 1977 (Bild oben) hatte sogar serienmässig ein Vinyldach und beim Ford Granada kostete es 1974 in der Schweiz 390 Franken Aufpreis......
Erinnern wir uns! Vor Jahrzehnten hatten viele Autos an den Vordertüren nicht eine Fensterscheibe, sondern deren zwei. Vorne an der Türe war ein sogenanntes Dreieckfenster eingebaut. Dieses Zusatzfenster konnte vielfach separat ausgeschwenkt werden, teilweise sogar durch einen Drehknopf gesteuert oder, wie beim (abgebildeten) VW Käfer, einfach von Hand. Auf diese Weise konnte man den Luftstrom nach Belieben in den Innenraum leiten und das Klima im Auto anpassen. Eine praktische Sache. Doch......
Kommende Generationen werden sich gar nicht mehr daran erinnern, geschweige denn in der Lage sein, an einem Auto das Rad zu wechseln. Runflat-Reifen und Reparatur-/Kompressoren-Sets haben sie unnötig gemacht, die Reserveräder. Oder war es der Rotstift des Finanz-Controllers, der ihnen den Garaus machte? Vor gut 100 Jahren kamen sie auf, als Luft- die Vollgummireifen ersetzten. Bald setzte man sogar auf zwei Reserveräder, denn doppelt genäht hält besser. Man brachte die Ersatzräder aussen an......
Wir blicken zurück in das Jahr 1962. Als Leser der renommierten Auto-Zeitschrift “Road & Track” lassen wir uns über die Neuigkeiten des Jahres, über die besonderen Automobile der Zeit informieren. Es ist eine stark europäisch geprägte Perspektive, die in den zwölf Nummern des Jahres 1962 publiziert werden. Der Löwenanteil der Titelblätter zeigt europäische Fahrzeuge, den Testalltag bestimmen primär die Fahrzeuge aus England, Italien, ... ... Deutschland ... ..., und Frankreich, aber auch......